»Adolphe!« rief der Kranke, »das ist freundlich von Dir bei mir zu wachen.«
»Wie mir scheint hab' ich geschlafen« lachte der Freund – »aber bedarfst Du etwas?«
»Hier ist Dein Trank – frische Cocosmilch und Himbeerwasser, das wird Dir gut thun; und wie fühlst Du Dich jetzt?«
»Gut, sehr gut« lächelte René, »und es freut mich herzlich Dich bei mir zu sehn.«
»Alle Deine Kameraden haben abwechselnd bei Dir gewacht« erwiederte Adolphe, »sie haben Dich alle lieb, und die Dich noch nicht kannten, deren Herzen gewannst Du Dir durch Deinen tollkühnen Muth. Mensch, Du hast ein Glück das in's Aschgraue geht, und ich glaube Du könntest von einem Kirchthurm herunter springen und kämst gesund auf Deine Füße.«
»Nennst Du den Schuß ein Glück?« frug René kopfschüttelnd.
»Wenn ich dadurch das schönste Mädchen das je mein Auge gesehn zur Krankenwärterin bekäme, ließ ich mich hinschießen wohin Du willst« lachte Adolphe, »und die kleine niedliche Madame Belard ist auch mehr in Deinem Zimmer hier, wie in ihrem eignen gewesen.«
»So lieg' ich hier bei Belards?«
»Nun versteht sich, die Dich aufgenommen und gepflegt haben, als ob Du ein Kind vom Hause wärest. Monsieur Belard hat übrigens selber mit gefochten« fuhr Adolphe mit mehr unterdrückter Stimme und heimlichem Lachen fort – »oh, da sind kostbare Sachen vorgefallen, doch das Alles erzähle ich Dir einmal später, wenn Du Dich wieder herzlich auslachen und schütteln darfst; jetzt möcht es Dir weh thun. Schmerzt Dich Deine Wunde?«