»Nach Atiu?« wiederholte Adolphe verwundert – »Mensch, hast Du ein Fieber daß Du jetzt an Atiu denkst, wo Dir der Arzt noch kaum vom Lager darf? Wenn Dir die Fahrt auch dorthin nichts schadete, vorausgesetzt daß ruhiges Wetter bliebe, wie wolltest Du Dich dort ohne ärztliche Hülfe wieder erholen? – Atiu – ich begreife Dich nicht.«

»Aber Sadie wird sich um mich ängstigen« sagte René.

»Ich habe daran gedacht« erwiederte ihm Adolphe, »und wollte ein paar Zeilen hinüber schreiben, es ist aber noch keine Gelegenheit dazu gewesen, die ganze Zeit, und erst in acht Tagen, glaub' ich, soll der Missionscutter wieder hinüber gehn.«

»Ich danke Dir, Adolphe« nickte ihm der Freund zu – »und nun will ich schlafen – ich bin doch recht matt und angegriffen, und der Kopf schwindelt mir von all dem Denken.«


Die Sonne stand schon hoch am nächsten Morgen, als er erwachte, und einen inländischen Knaben an seinem Bett fand, ihm das Frühstück zu reichen. Der Arzt war, wie ihm der junge Bursche sagte, schon dagewesen, hatte ihn aber nicht stören wollen und versprochen, in einer Stunde etwa wieder zu kommen.

René fühlte sich heute viel wohler und frischer als gestern; der Schlaf hatte ihn gestärkt, und auch die Schulter schmerzte ihn nicht so sehr wie gestern Abend.

»Darf man herein?« rief da eine fröhliche klare Stimme, als er schon etwa eine halbe Stunde in dem wohlthuenden Gefühle schmerzloser Ruhe gelegen und die durch die offenen Fenster strömende kühle balsamische Morgenluft eingeathmet hatte.

»Madame Belard« rief René freudig, und die kleine muntere Frau kam mit leichten, immer noch vorsichtigen Schritten in's Zimmer und zum Bett des Kranken, der ihr mit einem freundlichen, dankbaren Lächeln die Hand entgegenstreckte.

»Meine gute Madame Belard –«