»Ei gewiß,« rief die Frau lebendig – »wacker hat er geschafft, wie der beste Knecht, von Morgens bis Nachts –«

»Und weshalb?«

»Weshalb? ei,« meinte die Frau erröthend – »der Vater konnte uns auch grad nicht so viel mitgeben, und da wir doch was vor uns bringen wollten, mußten wir schon zugreifen.«

»Also Dir zu Lieb, Herz, hat er ein ganz ungewohntes Leben angegriffen und wacker durchgeführt, nicht wahr?«

»Gern hat er mich schon gehabt,« sagte die junge Frau verschämt, »und ich ihn auch,« setzte sie herzlich hinzu, »denn er war brav und gut, und rechtschaffen fleißig.«

»Und würdest Du nun nicht –« fuhr Alexandrine fort, »auch aus Liebe zu ihm, dasselbe für ihn thun wollen, was er für Dich gethan?«

»Ich versteh' Euch nicht,« sagte Henriette, die Redende groß ansehend, »aber so viel weiß ich, daß es Nichts auf der Welt giebt, was ich nicht aus Liebe zu ihm thun würde – selbst wieder heimkehren,« setzte sie leise und kaum hörbar hinzu – »wenn das das Einzige ist, was er von mir verlangt.«

»Ich glaube Dir's,« sagte die Gräfin gerührt, »aber so Schweres soll Dir hoffentlich nicht vorbehalten bleiben – doch weshalb setzt Ihr Euch nicht, Freund,« wandte sie sich an den Alten – »wir haben noch viel mitsammen zu reden und bleiben noch länger bei einander.« Damit drückte sie auf die neben ihr stehende Klingel und gleich nachher betrat der Haushofmeister wieder das Zimmer.

»Ist keiner von den Dienern da?«

»Zu Befehl, Frau Gräfin,« sagte der alte Cornelius, »aber da Sie ungestört sein wollten, blieb ich selber im Vorzimmer.«