»Die Damen – Sie müssen sie entschuldigen – es war gerade Besuch da – eine Schneiderin – sie haben mit ihrer Toilette zu thun –«

»So hab' ich hier gestört?«

»Nicht im Mindesten –«

Eduard versuchte, ein oder das andere Gespräch anzuknüpfen, der Comthur antwortete sehr höflich, aber einsylbig. Er blieb noch eine Zeitlang neben ihm sitzen, in der Hoffnung, die Damen zurückkommen zu sehn – aber Niemand kam und es war augenscheinlich, daß sich der alte Herr ebenfalls nicht behaglich dabei fühlte. Benner empfahl sich deshalb bald wieder und ritt langsam und ganz in seine Gedanken vertieft, nach Galaz hinüber.

Was in aller Welt konnte da nur vorgefallen sein? Er begriff es nicht, aber der alte sonst so freundliche und joviale Mann zeigte sich so merkwürdig verändert, daß es ihm auffallen mußte. In Galaz angekommen, erzählte er es seinem Schwager, und dieser sah, während er mit ihm sprach, sinnend und ernst vor sich nieder; erwiederte auch kein Wort darauf. Endlich sagte er:

»Kennst Du einen Herrn von Krowsky?«

»Krowsky? – gewiß,« rief Eduard rasch – »wir waren zusammen in Australien.«

»Hm – und er weiß um – Deine Verhältnisse?«

»Allerdings,« nickte Eduard bestürzt, denn ein Verdacht stieg in ihm auf.

»Er ist jetzt zurückgekehrt,« sagte Galaz; »mit seinen Verwandten ausgesöhnt, hält er sich seit etwa vierzehn Tagen in der Residenz auf – der Comthur hat ihn dort kennen gelernt.«