»Gnädige Frau,« sagte Eduard, aber so verlegen, daß er die Worte kaum über die Lippen brachte – »ich – ich freue mich – freue mich wirklich herzlich der Ehre dieser Bekanntschaft.«

Graf Galaz sah ihn an und lächelte. So befangen und ungeschickt hatte er seinen Schwager noch gar nicht gesehen.

»Und heute quäle ich Sie recht meine liebe, liebe Ostenburg,« rief Alexandrine dazwischen, »doch jetzt singen Sie uns noch einmal das kleine reizende französische Lied.«

»Aber Alexandrine,« sagte der Graf, »Du belästigst wirklich unsern lieben Gast.«

»Gern, gern,« rief aber die junge Frau und wandte sich rasch wieder dem Instrument zu.

Eduard starrte sie noch immer an, und bemerkte gar nicht, daß ihn Frau von Fermont lächelnd beobachtete. Die junge Künstlerin aber ließ sich nicht lange nöthigen, und rasch wieder ihren Platz am Clavier nehmend, begann sie ein reizendes französisches Lied, voll muthwilliger Neckerei und mit einer so silberhell klingenden Stimme, daß es den kleinen Kreis zu lautem und stürmischem Beifall hinriß.

Nur Eduard war still und nachdenkend geworden; den Kopf in die Hand gestützt, saß er in seinem Fauteuil und sein Blick haftete am Boden. Alexandrine hatte sich neben ihn gesetzt und flüsterte ihm zu, wie reizend die kleine Frau die Lieder vortrage. Er nickte still vor sich hin, erwiderte ihr aber kein Wort, bis sie geendet hatte und sich wieder erhob.

»Wunderbar – wunderbar,« murmelte er dabei vor sich hin und schüttelte langsam den Kopf – »fabelhaft wunderbar.«

»Nicht wahr, die Stimme,« sagte Alexandrine, welche den Worten gehorcht hatte – »ich habe nie etwas Aehnliches gehört.«

Eduard erwiderte noch immer Nichts und starrte nur die Sängerin an, so daß es selbst seinem Schwager zuletzt auffallen mußte. Gräfin Alexandrine und Frau von Fermont waren aufgestanden und zu der jungen Frau getreten und plauderten jetzt, durch das französische Lied angeregt, mit ihr in dieser Sprache und Eduard konnte indessen den Blick nicht von der lieblichen Erscheinung wenden.