»Und bist Du es denn wirklich, Henriette? Ist es denn möglich, daß Wunder noch auf dieser Welt geschehen?«
»Mein Eduard, Du böser, lieber Mann, und so lange – so lange hast Du mich verlassen können, bis ich selber kommen mußte, um Dich aufzusuchen!«
»Meine Henriette, und kannst Du mir vergeben? Aber schon sind meine Sachen gepackt, damit ich wieder in Deine Arme eile.«
»Still, still, ich weiß Alles,« sagte die herzige junge Frau, ihre Hand auf des Gatten Lippen legend, – »fürchte keinen Vorwurf von mir – ich weiß ja recht gut, daß ich nicht so zu Dir paßte, wie ich war. Erst jener Engel, Deine Schwester, hat mich Dir werth gemacht.«
»Alexandrine?«
»Nachher Alles –«
»Und wo ist unser Kind?«
»Ou est donc Mama!« rief in diesem Augenblick ein prächtiger kleiner, etwa fünfjähriger Bursch, der vor Alexandrinen in das Zimmer sprang und sich überall umsah.
Aber es ist nicht möglich, die Freude dieses Wiedersehens, den Jubel zu beschreiben, der die Herzen dieser guten Menschen erfüllte. Und was war jetzt Alles zu erzählen, und Eduard, seinen Knaben fest an sich gepreßt auf dem Knie, lauschte mit Thränen der höchsten Seligkeit in den Augen der fast wunderbar klingenden Mähr von Henriettens Reise nach Deutschland, ihrer Aufnahme bei seiner Schwester und dem Plan, den diese mit Frau von Fermont entworfen, die junge Frau heran- und auszubilden.
Und Alexandrine lehnte dabei das Haupt an ihres Gatten Schulter und flüsterte leise und lächelnd: