»Ja, ja, Mutterchen,« lachte der Vater, »das hilft Nichts bei den Gerichten, die wollen Alles Schwarz auf Weiß haben, und womöglich auch auf einem Stempelbogen, mit einem großen Siegel drunter, und daß Einer ein ehrlicher und rechtschaffener Mensch ist, glauben sie ihm erst recht nicht, wenn er nicht im Stande ist, es ihnen schriftlich zu beweisen. Komm Du denen!«

»Wir brauchen ja aber doch Niemanden, da sollen sie uns wenigstens in Frieden lassen.«

»Aber sie brauchen uns,« lachte der Vater wieder, »und damit sie sicher sind, daß die neuen Staatsbürger auch ihre Steuern und Abgaben richtig bezahlen können und nicht etwa gar einmal dem Staate zur Last fallen, müssen sie sich legitimiren oder ausweisen.«

»Staatsbürger,« brummte die Frau kopfschüttelnd – »wir sind keine Staatsbürger, wir sind Bauern, und es wird doch wahrhaftigen Gott kein Mensch glauben, daß unser Hans einmal Jemandem zur Last fallen könnte? Was wollen sie denn nur?«

»Nun, erstlich einmal seinen Geburts- oder Taufschein.«

»Nun, den hast Du ja – der liegt in der gelben Lade, bei den andern Papieren.«

»Dann seinen Impfschein.«

»Impfschein? Den haben wir nie bekommen.«

»Das macht weiter nichts,« sagte der Vater, »die Narben sind noch deutlich zu sehen, und den kann man sich hier vom ersten besten Arzt ausstellen lassen. Nachher einen Heimathschein.«

»Was ist das?«