Noch schlaftrunken richtete er sich empor – »Weckst Du mich Auguste?« frug er.

»Und Du kannst schlafen,« sagte die Frau mit vorwurfsvollem aber weichem Ton – »schlafen in der letzten Stunde, die wir noch beisammen sind?«

»Aber Auguste,« sagte der Mann erschreckt und war in dem einen Moment auch vollkommen munter geworden – »was hast Du nur – was sprichst Du da? Sicherlich hast Du geträumt – ich bin ja bei Dir Herz, wache nur ordentlich auf.«

»Ach ich war so glücklich,« sagte da die Frau, mit einem Ton, der ordentlich in seine Seele schnitt – »so glücklich die kurze Zeit mit Dir – und muß nun fort.«

Bertling wußte gar nicht wie er aus dem Bett kam, so rasch fuhr er in seine Kleider und zündete dann ein Licht an.

Auguste lag, die Augen geschlossen, die Arme vor sich ausgestreckt, aber die Hände gefaltet, in ihrem Bett und große helle Thränen liefen ihr über die Wangen. Bertling aber hielt das immer noch für einen einfachen, schweren Traum, der ja augenblicklich weichen mußte, so wie er sie nur weckte.

»Mein liebes Herz,« sagte er, seinen Arm um ihre Schultern legend – »wach auf, Du träumst ja nur –«

»Und hast Du schon Jemanden gesehen, der mit offenen Augen träumt?« sagte sie, sich im Bett aufrichtend und ihn groß ansehend – »Träumst Du denn jetzt?«

»Aber von was sprichst Du?«

Sie antwortete ihm nicht gleich. – Während er sich zu ihr auf die Bettkante setzte, hatte sein Fuß den Stuhl ein klein wenig verschoben und sie schien dem Geräusch zu horchen.