Baptiste war in der That nicht der Mann, große Umstände zu machen, und nach seiner ersten Einführung setzte er nur hinzu, indem er sich im Laden umsah:

»Zuerst, Landsmann, sehe ich, Sie haben hier Getränke, also bitte ich, geben Sie mir einen tüchtigen Cognac, denn heißes Wasser zu einem Grog, der mir besser thun würde, ist gewiß nicht fertig — es ist wenigstens nie fertig, wenn es am nöthigsten gebraucht wird, und dann verschaffen Sie mir ein Canoe, damit ich nach Ecuador entkommen kann.«

»Und brauchen Sie sonst Nichts?« fragte Renard, über diese Zwanglosigkeit erstaunt.

»Ein paar Dutzend Franken baar Geld wären allerdings erwünscht, denn das Einzige, was ich von landesüblicher Münze besitze,« fuhr der junge Franzose fort, »sind zwei schlechte ecuadorische Reale, sogenannte Dimesstücke, die ich Ihnen hier nicht einmal für Ihren Cognac anbieten mag. Ich darf doch einen Landsmann nicht beleidigen.«

»Alle Wetter!« lachte Renard, den diese ganz eigene Keckheit — und er selber war sonst nicht gerade blöde — zu amüsiren anfing, »Sie trotzen nicht schlecht auf unsere Landsmannschaft, Kamerad, denn wissen Sie wohl, daß Sie mich hier — mit dem neuen Regime im Lande — durch Ihre Flucht in die furchtbarste Verlegenheit bringen können, sobald man erfährt, daß ich das Geringste damit zu thun hätte!«

»Bah!« sagte Baptiste gleichgültig. »Sie wissen recht gut, daß jeder Franzose, unter ähnlichen Umständen, das Nämliche für Sie thun würde, also ist es nicht der Mühe werth, nur ein Wort weiter deshalb zu verlieren. Oder wollten Sie mich etwa an die Bestien wieder ausliefern?«

»Aber, bester Freund,« sagte Renard, wirklich in Verlegenheit, »was hilft Ihnen selbst ein Canoe? Der Weg von hier nach dem Pailon — dem nächsten Platz in Ecuador — ist gar nicht so leicht zu finden und Sie brauchen —«

»Machen Sie sich deshalb keine Sorgen,« lachte Baptiste. — »Ich bin nicht zum ersten Male in Tomaco und kenne den Weg sowohl durch die Lagune wie um die Punta Manglares.«

»Dann, bester Freund,« sagte Renard rasch, indem er ihm ein tüchtiges Glas Cognac einschenkte, das Baptiste mit einem vergnügten »à votre santé! Apropos, haben Sie nicht ein paar Cigarren?« leerte — »kann ich Ihnen keinen bessern Rath geben als — und hier haben Sie auch einige vortreffliche Esmeralda-Cigarren — als sich das erste beste Canoe von der Landung zu nehmen und zu machen, daß Sie fortkommen, denn wenn man Sie an Bord vermißt, werden Sie auch augenblicklich verfolgt werden, und wo soll man Sie an einem Ort verbergen der nicht einmal Wände, viel weniger heimliche Verstecke hat? Nur so viel Rücksicht bitte ich Sie auf einen Landsmann zu nehmen, daß Sie mein Canoe liegen lassen. Es hat vorn am Bug einen kleinen Messingknopf mit einem Hufeisen darunter genagelt. Ein Ruder gebe ich Ihnen mit.«