»Das ist nicht übel!« rief Renard ärgerlich werdend. »Erstlich braucht Señor Ramos weder Ihre noch eines andern Menschen Hülfe, und verlangt sie auch wahrscheinlich gar nicht, und dann möchte ich wissen, was Sie ihm nützen wollten, da Sie sich selber nicht einmal auf offener Straße dürfen blicken lassen.«

»So haben Sie nichts davon gehört?« fragte Baptiste, »daß ihn der neue Commissair — diese schieläugige Canaille mit dem Körper einer Katze und der Seele eines Schakals — gefangen nach Buenaventura schleppen will, ihn und die junge Frau und den Engel von einem Kind in jene Hölle von Gefängniß, das mich, einen starken, kräftigen Mann, fast zum Selbstmord trieb?«

»Alle Wetter!« sagte Monsieur Renard halblaut und erstaunt. — »Also darauf liefen die Anfragen des Señor Fosca hinaus? — Aber wie können Sie ihm helfen?« fuhr er dann laut und kopfschüttelnd fort. »In der Stadt hat Señor Ramos wenig oder gar keine Freunde, denn er hielt mit keinem Menschen Verkehr und war immer stolz und aufgeblasen. — Gegen mich auch,« setzte er etwas gereizt hinzu, »denn ich kam ihm ganz freundlich entgegen und meine Frau hat den Leuten sogar einen Besuch gemacht, obgleich wir sie gar nicht kannten, aber nicht ein Fuß von ihnen ist über unsere Schwelle gekommen, außer den, welchen die Dienstleute darüber setzten, wenn sie Waaren holten, die sie aber schon hier holen mußten, weil sie sie sonst nirgends so gut und billig bekommen.«

»Hat er seinen Neger bei sich?« fragte Baptista rasch, und ohne auf das, was Renard sagte, zu hören, »einen flinken Mulattenjungen, der Antonio heißt?«

»Einer des Namens ist allerdings bei ihm, ein Bursche von vielleicht vierundzwanzig Jahren.«

»Wenn ich nur den wenigstens sprechen könnte, daß man ihn warnte —«

»Alle Teufel!« rief Renard schnell. — »Jetzt kommen Leute.«

»Wo ist das Ruder?« rief Baptista rasch.

»Da hier in der Ecke lehnen zehn oder zwölf.«

Der Franzose griff ohne Weiteres eins davon heraus.