»Bitte, Señor,« sagte dann Baptiste, indem er ziemlich rücksichtslos über die Gefangenen hin nach hinten stieg und sich zu dem gebundenen Ramos niederbog, »der Señor hier liegt mir im Wege. Steuern Sie einmal einen Augenblick.«

»Ja steuern!« brummte der Commissair. »Alle Gewehre liegen auf den Reepen.«

»Fassen Sie nur das Ruder mit der Hand an. Sie wissen sich doch sonst immer so vortrefflich zu helfen, Señor.«

Der Ton, mit dem dieses gesagt wurde, frappirte den Neu-Granadienser, aber er mußte in der That das Steuer etwas aufdrehen, wenn das Boot nicht mit der Strömung zu weit hinabgetrieben werden sollte. Er erhob sich zu dem Zweck, kniete auf den Sitzbord und richtete das Ruder.

»Muth!« flüsterte in demselben Moment Baptiste dem Gefangenen zu und Ramos fühlte, wie ein scharfes Messer seine Bande durchschnitt. Seine Arme wurden frei.

»Und nun legt Euch in die Ruder, Burschen!« rief der Franzose, sich wieder aufrichtend, den beiden Leuten zu, indem er selber zum Steuerruder ging und die Gewehre so zurückschob, daß er zwischen sie und den Commissair zu sitzen kam.

»Guarda se, Señor,« sagte der Soldat, »sie sind alle geladen.«

»Ich weiß es. Nehmt Euch nur beim Aussteigen damit in Acht, daß Keiner an dem Hahn hängen bleibt. So, Señor Comisario, jetzt werde ich Sie ablösen. Haben Sie die Güte und rücken Sie noch ein klein wenig hinüber.«

»Halten Sie nicht zu tief! Die Strömung ist hier sehr stark und wir treiben sonst vorbei,« sagte Fosca, als er sah, daß der Franzose den Bug mehr abfallen ließ.

»Nur keine Angst, Señor,« lachte dieser in der Erregung des Augenblickes und das Herz klopfte ihm, als ob es ihm die Brust zersprengen wollte. »Ich verfehle mein Ziel nicht, und passen Sie auf, was für eine angenehme Fahrt wir haben.«