»Sie treiben wahrhaftig zu weit nach unten! Caracho, Señor! Können Sie nicht steuern? Sehen Sie doch, wie das Canoe hält.«

»Ja, mein bester Señor,« lachte Baptiste — sie waren dem Canoe wenigstens hundert Schritte voraus. »Die Leute da drüben wollen auch an Bord, wir aber sind im Begriff, eine kleine Seefahrt zu machen.«

»Eine Seefahrt?« rief der Commissair, erschreckt von seinem Sitze aufspringend. — »Verrath!«

Er hatte das Wort noch nicht ganz heraus, als ihm Baptiste's Finger den Hals wie in einem Schraubstock zusammenpreßten.

»Señor Ramos,« rief er dabei, »auf und an Ihr Ruder! Du, Pedro, nach vorn! Die geringste Bewegung die Du machst, und ich jage Dir eine von den Kugeln durch den Leib — oder halt! Willst Du rudern, so rudere, was Du rudern kannst, und es soll nachher Dein Schade nicht sein, aber bei dem geringsten Zeichen von Verrath bist Du eine Leiche!«

»Ja, Señor, gewiß — wenn ich muß.«

»Du mußt! Antonio, bei der ersten falschen Bewegung, die er macht, rennst Du ihm Dein Messer in den Leib und wirfst ihn über Bord. Rudere jetzt! Stärker! Caramba, es ist für Dein Leben, Patron, denn wenn wir eingeholt werden, massakrire ich Dich selber.«

»Hallo!« schrien jetzt die im Canoe befindlichen Soldaten hinter ihnen her. »Weiter hinauf! Ihr verfehlt das Schiff.«

»Bube!« zischte der gefangene Commissair unter dem furchtbaren Griff seines Nachbars durch die Zähne, und sich dann mit äußerster Kraftanstrengung frei machend, schrie er in einem wahren Aufkreisch um Hülfe. Aber es war nur ein einziger Ruf, den er ausstoßen konnte, denn Baptiste, der das Steuer nicht loslassen konnte, hatte nur einen Moment in seinem Griffe nachgelassen. Der Gefahr durften sie sich nicht aussetzen und ehe der Ueberlistete einen zweiten Schrei ausstoßen konnte, traf ihn die geballte Faust des kräftigen Franzosen so eisenstark gegen die Schläfe, daß er, wie von einer Kugel getroffen, zusammenknickte.

»Jetzt binden und knebeln Sie ihn, Señor!« rief er Ramos zu. »Rasch! Um unser aller Leben, denn wirkliche Gefahr erwartet uns erst, wenn sie auf den Schiffen mißtrauisch werden.«