»Teresa?« fragte die Frau erstaunt, aber Freudenthränen weinend und doch in zitternder Angst kroch das arme Mädchen über die aufgethürmten Betten hinweg zu ihrer Herrin, vor der sie niederfiel und ihre Knie umfaßte.
»Weg mit den Thränen, Schatz! Weg mit den Thränen!« rief Baptiste lachend. »Dazu ist nachher Zeit. Wir werden da draußen Salzwasser genug in's Boot kriegen. — So recht, Pedro, lege Dich tüchtig hinein! Es soll Dein Schaden nicht sein und wir wollen doch sehen, ob wir in Ecuador nicht noch etwas Besseres aus Dir machen können als einen lumpigen Soldaten. Wir sind jetzt Kameraden, und ich lasse Dich nicht im Stich.«
Dadurch, daß das Mädchen zurückkommen mußte, hatte das Boot viel an leichterer Fahrt gewonnen, denn der Bug hob sich. Des Seemanns scharfes Ohr hatte aber auch bereits das Einsetzen der Ruder vom Schiffe her gehört, wenn sie den Schooner selber auch schon nicht mehr auf dem dunklen Hintergrunde des Manglarenwaldes erkennen konnten. Nur die rothen Lichter leuchteten noch herüber.
»Nun für unser Leben!« rief er, sein eigenes Ruder aufgreifend, während die Señora das Steuer genommen und nicht zu viel versprochen hatte, als sie versicherte, sie könne es regieren. »Halten Sie den Bug jetzt noch immer auf jenen hellleuchtenden Stern zu — es ist die Venus, und mag er uns Glück bedeuten heute Abend.«
Von jetzt an wurde kein Wort mehr gesprochen. Die vier Männer ruderten schweigend, aber aus Leibeskräften, denn sie wußten, daß nur größere Schnelligkeit sie retten konnte.
Da fielen rasch hinter einander drei Schüsse von dem verfolgenden Boot.
»Großer Gott, sie schießen!« rief die Frau. »Lege das Kind auf den Boden des Bootes, Teresa.«
»Nicht hierher,« beruhigte sie Baptiste, da er, mit dem Rücken nach vorn im Boot sitzend, das Abblitzen der Gewehre hatte sehen können. »Es ist unmöglich, daß sie uns hier schon erkennen, wenn nicht die hellen Betten zu sehr leuchten.«
»Werft sie über Bord!« bat Ramos.