Der junge Bursche senkte beschämt den Kopf.

»Du hast Recht, querida«, sagte er leise — »ich war schlecht und leichtsinnig, aber schon seit langen Monden trinke ich nicht mehr, und arbeite fleißig — doch was hilft es mir. Wir ziehen ununterbrochen von Ort zu Ort, und die Arbeitstage, die er mir dem Gesetz nach gestatten muß, nützen mir Nichts, denn für wen soll ich arbeiten auf der Reise?«

»Und wie viel bist Du ihm schuldig?« frug das Mädchen ängstlich.

»Ich weiß es nicht,« seufzte der junge Bursch — »er schreibt sich Alles auf, was er mir giebt, und soviel hat mir der Alkalde gesagt, daß ich für 40 Dollars ein ganzes Jahr für ihn arbeiten muß —«

»Und ist es soviel?«

»Ich glaube es nicht — was hat er mir denn gegeben? Die dürftigste Kleidung, ein paar Stangen Taback und schon seit langen Monden kein aguardiente mehr. — Ich trinke nicht — nie mehr — ich habe es Dir versprochen, Eva.«

»Dann laß mich dafür sorgen, daß Du frei wirst, José,« sagte das junge Mädchen, und frohe Zuversicht leuchtete aus ihren Augen. »Ich habe das letzte Jahr viel, recht viel gearbeitet. Ich habe den Leuten Lebensmittel in die Minen gefahren, und selber ein wenig Gold gegraben, auch bei unserem Alkalden in Cachavi geschafft, Tag und Nacht, wie seine Frau krank war und sich nicht selber helfen konnte. Das Geld liegt in Cachavi — ich hole es. — Was brauchen wir es auch, wir sind beide kräftig und gesund, und können uns schon auch ohne das eine Heimath gründen.«

»Aber wie willst Du nach Cachavi hinauf kommen, Herz?« frug der junge Bursch, — »der Fluß ist reißend, und allein wärst Du nie im Stande, ein Canoe über die Stromschnellen zu bringen.«

»Mein Bruder ist hier,« sagte das Mädchen — »er lernt ein Handwerk bei einem Weißen. — Der ist gut — der wird ihm erlauben, daß er mir helfen darf, und wenn wir heute Abend fortfahren, können wir morgen schon oben sein.«

»Dein Bruder ist schwächlich —«