»Allein?« rief Nero erstaunt.
»Wie ich hier stehe.«
»Mein armes, armes Mädchen,« sagte José gerührt, »aber hier sind wir am Bogota-Fluß, und das nächste Canoe kann und wird Dich wieder zwischen die Ansiedlungen bringen. Wenn Dich nun eine Schlange gebissen, oder ein wildes Thier gefaßt hätte.«
»Die Thiere des Waldes sind barmherziger als die Menschen,« sagte das Mädchen leise.
»Und wo willst Du hin, Muchacha?« frug sie der Ecuadorianer, indem sein Blick die tadellosen Formen des Mädchens überflog — »Du kannst bei uns bleiben, wenn Du Lust hast — es soll Dein Schade nicht sein.«
»Ich wollte zu Euch, Señor?«
»Zu mir? Caramba!« lachte der Ecuadorianer vergnügt auf, »das trifft sich ja herrlich, denn in dem vermaledeiten Wald ist das Leben langweilig und öde genug.«
»Zu Euch — José's — Eures Dieners wegen,« fuhr aber die junge Negerin fort, ohne den Doppelsinn der Worte zu verstehen oder zu beachten.
»José's wegen? In der That, und was hast Du mit dem zu thun, wenn man fragen darf?«