Der König ließ nun die Sterndeuter kommen und nach des Prinzen Geburtskonstellation schauen. Als sie dies getan hatten, sagten sie: „O König, wir bringen dir die frohe Botschaft, die unglücklichen dreißig Jahre sind vergangen und sein Geburtsstern ist jetzt zu Glück und Segen gelangt.“ Als der König dies hörte, freute er sich sehr und verheiratete seine Tochter mit dem Prinzen.

Der Prinz blieb einige Jahre daselbst, bis endlich der König starb und der Prinz an seiner Stelle König wurde. Eines Tages sagte man ihm: „O König, ein Franke ist gekommen und hat viele Waren mitgebracht. Darf er sie ausstellen?“ Der König gab dazu die Erlaubnis. Als er an der Seite des Franken zwei Knaben erblickte, regte sich sein Blut in Liebe und das Gefühl der Vaterschaft rührte sich. Er fragte den Franken: „In welchem Verhältnis stehen diese zwei Knaben zu dir?“ Er erwiderte: „Das sind meine Sklaven, die ich verkaufen will.“ Der König sagte: „Ich werde sie kaufen“, nahm sie in ein Nebenzimmer und fragte sie, wo der Franke sie gekauft habe. Alsbald erzählten sie ihm ihre Ereignisse vom Anfang bis zu Ende. Der König erkannte daraus, daß es seine beiden Söhne waren, drückte sie an seine Brust, küßte einen jeden auf die Augen und sprach: „Ich bin eurer Vater.“

Der König kam wieder heraus, nahm den Franken gefangen und ließ ihn unter tausend Qualen sterben. Nachher wurde er von neuem mit Glück gekrönt, indem er auch das Reich seines Vaters als König bekam. [[303]]

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ANMERKUNGEN

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[1] Hodscha ist eigentlich der Titel für Geistliche, aber auch Quacksalber, die durch Besprechen, Bepusten und durch Amulette die Kranken heilen, werden damit bezeichnet. [↑]

[2] Der Ausdruck des Textes ist merkwürdig. Ich nehme an, daß ein Druckfehler für den Namen des Prinzen von Jemen vorliegt. [↑]

[3] Lala ist der Prinzenerzieher. [↑]

[4] Halwa ist eine sehr geschätzte Süßigkeit. [↑]