Das Mädchen sagt: „Ich werde ihn essen.“
Sofort schneidet er seinen Finger ab und wirft ihn dem Mädchen vor. Das Mädchen gibt ihn leise der unter dem Tisch liegenden Katze. Die Katze verschluckt ihn. Wie das vorige Mal fragt er: „Mädchen, hast du den Finger gegessen? Wenn du ihn nicht gegessen hast, werde ich dich töten.“
Das Mädchen sagt: „Du kannst mich töten.“
Der Alte fragt: „Finger, wo bist du?“ Der Finger sagt: „Ich bin in einem warmen Magen.“
Der Alte sagt: „Bravo, mein Mädchen, jetzt bist du mein Mädchen.“
Schließlich gewöhnt das Mädchen dem Alten das Menschenfleisch ab, holt von draußen ein Lamm und sie essen es zusammen.
Eines Tages sagt der Alte: „Mädchen, damit du dich nicht langweilst, nimm diese vierzig Schlüssel, öffne die vierzig Zimmer und wandere ordentlich drin herum. Aber das einundvierzigste darfst du nicht öffnen.“ Nach diesen Ermahnungen geht er aus. Das Mädchen steht auf, öffnet die vierzig Zimmer und sieht, daß darin Diamanten, Juwelen, Rubinen und allerlei Dinge sind. Sie sieht sich diese [[96]]an. Dann war sie aber neugierig auf das Zimmer, von dem er gesagt hatte: „Öffne es nicht“, und sagte: „Ich will auch das öffnen.“ Sie kommt an das Zimmer, öffnet es, tritt ein und sieht an der Decke einen Jüngling an den Haaren aufgehängt, schön wie der Mond am vierzehnten. Man konnte es nicht aushalten ihn anzusehen. Solch eine Schönheit hatte nicht ihresgleichen. Als das Mädchen ihn sieht, wird sie bewußtlos und fragt: „Bist du ein Geist oder etwas derartiges?“ Der Jüngling sagte: „Ich bin ein Mensch.“
„Wer hat dich hier aufgehängt?“
Der Jüngling: „Der Zauberer hier wollte mich töten, er besiegte mich und hängte mich, um es kurz zu sagen, hier an meinen Haaren auf.“ Das Mädchen erzählte auch genau ihre Abenteuer und sagte: „Mein Held, gibt es ein Mittel, ihn zu töten?“
Der Jüngling sagte: „Meine Prinzessin. Wenn jetzt der Zauberer kommt, geh und sage: ‚Komm, ich will dir den Kopf nachsehen‘, schneide ihm dann leise einige Kopfhaare ab. Dann fällt er in Schlaf. Das dauert vierzig Tage. Am einundvierzigsten steht er wieder auf. Das mußt du tun, dann lassen wir ihn hier und entfliehen zusammen. Dann sollst du mein und ich dein sein.“ So beschließen sie. Das Mädchen schließt leise ab und kehrt in das Zimmer des Zauberers zurück. Nach einiger Zeit kommt der Zauberer und sagt zum Mädchen: „Hast du die Zimmer angesehen?“ Das Mädchen sagt: „Ja, ich habe sie mir angesehen und mich daran erfreut.“ Dann sagte sie: „Komm, ich will dir den Kopf nachsehen.“ Der Zauberer legte seinen Kopf in den Schoß des Mädchens und sie schnitt ihm leise seine Haare ab und nahm sie mit. Der Zauberer schläft ein. Sofort legt das Mädchen seinen Kopf von seinem Schoße auf die Erde und geht zu dem Zimmer, wo der Jüngling ist, löst ihm die Haare, läßt ihn herunter und sagt: „Jetzt bist du mein und ich dein. Wir dürfen nun nicht verweilen. Wollen fliehen.“ Sie nehmen noch von [[97]]dort alles, was leicht an Last und schwer an Wert ist, machen sich auf den Weg und nach einundvierzig Tagen kommen sie in die Stadt und gingen in das Haus des Mädchens. Dort pflegten sie der Liebe.