Abb. 43. Herzberg.

Bergbau in alter Zeit.

Erst unter der Regierung des Herzogs Heinrich des Jüngeren erstand der im Todesschlafe liegende Oberharz zu neuem Leben. Nachdem schon die Herzogin Elisabeth von ihrem Witwensitze Staufenburg aus sich des Eisensteinbergbaues bei Grund mit großem Erfolge angenommen hatte, beschloß ihr Enkel Heinrich, auch die Silbergruben des „alten Mannes“ wieder in Betrieb zu setzen, erließ 1524 eine Bergordnung „für Grund und umliegende Gebirge“ und berief auf den Rat des Herzogs Georg von Sachsen erfahrene Beamte und Bergleute aus dem Erzgebirge. Im Jahre 1526 nahmen die in großen Haufen Herzuströmenden in der Nähe des jetzigen Johanneser Kurhauses die erste Grube auf der Hochebene des „Zeller Feldes“ auf, und schon sechs Jahre später erhielt die um die Klosterruine entstandene Ansiedelung die Stadtgerechtsame.

Und auch im Fürstentum Grubenhagen, das bis unmittelbar an den die Klosterpforte bespülenden Zellbach reichte, blieben die reichen Schätze der Teufe nur noch kurze Zeit unerschlossen. Schon im Jahre 1544 wird das Bergwerk des Herzogs Philipp „an dem Zeller Felde“ erwähnt, und als auch bei der verfallenen Klause („im Klausthale“) edle Erze zu Tage traten, nahm die neue Ansiedelung, die man anfangs Zellerfeld grubenhagenschen Teils nannte, so raschen Aufschwung, daß sie bereits in der Bergfreiheit von 1554 freie Bergstadt heißt.

Abb. 44. Brockengipfel.
(Nach einer Photographie von F. Rose in Wernigerode.)

Daß eine Landesgrenze (bis 1788) die beiden Städte schied, ward im dreißigjährigen Kriege verhängnisvoll für Zellerfeld: nachdem Tilly am 19. März 1626 Klausthal von Dänen und Braunschweigern, seinen Bedrängern, durch sein bloßes Erscheinen befreit hatte, eroberte er das von seinen Bürgern unter dem Geschwornen Thomas Merten heldenmütig verteidigte Zellerfeld und überließ es seinen Truppen zur Plünderung.

Kämpfte schon zu Beginn jenes verderblichen Krieges der Bergbau um seine Existenz, so kam er während desselben völlig zum Erliegen: die Gruben „ersoffen“, die Pochwerke standen still, die Hütten lagen kalt. Dazu überfiel die schier verzweifelnden Bewohner noch die Pest, und verheerende Feuersbrünste raubten ihnen die letzte Habe.

Nur langsam erholten sich die beiden Städte. Aber dann brachten regenarme Jahre die Gruben wieder zum Stillstand, und am 18. Oktober 1672 legte eine schreckliche Feuersbrunst in Zellerfeld 465 Häuser, die Kirchen, Pfarrhäuser und Schulen, Rathaus, Münze und Zehnten in Asche; und in dem dürftigen Reste der Stadt und in Klausthal, wo man die Obdachlosen nachbarlich aufnahm, brach der Hungertyphus aus: die Not war entsetzlich.