Abb. 46. Schneeschuhläufer.
(Nach einer Photographie von Fr. Zirkler in Klausthal.)

Zur Erläuterung der abgebildeten Münzen (Oberharzer Museum) diene folgendes:

1. Zweithalerstück, in Zellerfeld vom Münzmeister Rudolf Bornemann (R. B.) 1688 geprägt (Abb. [10]). Den Namenszug des Kurfürsten Ernst August von Hannover umgeben folgende fünfzehn Wappen: Das sechsspeichige Rad von Osnabrück — der Kurfürst war, worauf auch der Bischofsstab hinweist, zugleich Bischof von Osnabrück —, die Löwen des Herzogtums Lüneburg, der Grafschaft Eberstein und der Herrschaft Homburg (mit gestückter Einfassung), der einköpfige Adler der Herrschaft Stemmwede (Lemförde), die Lutterberger Querfäden, die Regensteiner (rote) Hirschstange, der Clettenberger Hirsch, die Blankenburger (schwarze) Hirschstange, das Hohnsteiner Schach, die verschobenen Kreuze von Alt-Bruchhausen mit den Neubruchhäuser (Oldenburger) Balken, die Bärenklauen von Hoya, die Löwen von Diepholz und Lutterberg, die Leoparden von Braunschweig. Oben der Wahlspruch des Kurfürsten. Der Revers zeigt uns eine Grube über und unter Tage. Radstube und Geipel, durch ein Feldgestänge verbunden, nähern sich in der Form noch der Köte; die Fahnen auf ihrer Spitze melden, daß die Grube in Ausbeute steht. Ein Bergmann, das Grubenlicht in der Hand, tritt den Heimweg an, ein andrer fördert auf dem Stürzkarren Erz nach dem Pochwerk. Ein „Rutengänger“ mit der edle Erze verratenden Wünschelrute schreitet heran; unterhalb des auf der Höhe liegenden Zechenhauses ist ein Haldenarbeiter beschäftigt. In der Tiefe schrämen zwei Bergleute, zwei andere drehen den Haspel, daneben führt der Schacht mit Fahrt und Tonne hinunter. — Über der Landschaft das Sachsenroß; von oben reicht ein aus Wolken ragender Arm einen Kranz.

Abb. 47. Bad Harzburg.
(Nach einer Photographie von F. Rose in Wernigerode.)

2. Wildemannthaler des Herzogs August von Braunschweig, in Zellerfeld 1665 vom Münzmeister Henning Schlüter (H. S. und zwei gekreuzte Schlüssel) geprägt (Abb. [11]). Im Wappenbilde sind Hoya und Bruchhausen, Regenstein und Blankenburg, Hohnstein und die Lutterbergschen Querfäden zu je einem Felde vereinigt und das Lüneburgsche durch die gekrönten Herzen von den andern Löwen unterschieden. Auf dem Schilde stehen fünf gekrönte Helme; der mittlere (Braunschweig-Lüneburg) trägt zwischen zwei mit den Spitzen gegen einander gekehrten Sicheln, welche außen mit fünf Pfauenfedern besetzt sind, eine Säule mit Krone und gesterntem Pfauenkranz, vor der ein Pferd springt. Der Helm mit Bärenklaue bezeichnet Hoya, der mit sechs Fähnchen zwischen Büffelhörnern Bruchhausen, der mit zwei Hirschstangen, zwischen denen ein Pfauenschwanz steckt, Hohnstein und Lutterberg, der mit zwei Büffelhörnern und zwei Hirschstangen Diepholz und Regenstein-Blankenburg. — Auf der Rückseite hält der Wildemann, Laubkränze um Haupt und Hüften, den mit der Wurzel ausgerissenen, auf beiden Seiten mit Zweigen besetzten Baum wie eine zum Stoß eingelegte Lanze mit beiden Fäusten. Eine bestimmte Regel bildete sich um 1670 aus: auf den in Zellerfeld für Braunschweig-Wolfenbüttel geprägten Münzen hält der Wildemann den zweireihig besetzten Baum in der Linken, auf den dort für Calenberg-Hannover geprägten die nur rechtsseitig besetzte Tanne in der Rechten. Die nach Aufhebung der Zellerfelder Münze von 1788 an in Klausthal geprägten hannoverschen Münzen zeigen den Wildenmann mit einer zweiseitig besetzten Tanne in der Rechten.

3. Ausbeutethaler der Grube Lautenthals Glück (Jungfrau mit der Laute zwischen Grubengebäuden), in Zellerfeld vom Münzmeister Joh. Benj. Hecht geprägt, Wildemänner als Schildhalter (Abb. [12]).