Der Jäger in dem grünen Wald
Muß suchen seinen Aufenthalt.
:,: Er ging in dem Wald wohl hin und her :,:
:,: Ob auch nichts :,: ob auch nichts anzutreffen wär'!

Kulturmädchen.

Die Kiepe auf dem Rücken, in den flinken Händen das Strickzeug, verfolgen die kräftigen, gedrungenen Gestalten, aufgeschürzt bis über das Knie, festen Schrittes ihren unsere Waldstraße kreuzenden Pfad. Es sind Harzer „Kulturmädchen“ mit ihrem „Kulturaufseher“, niedersächsischen Stammes, aus Lerbach oder Riefensbeek oder Wolfshagen. Vom Morgen bis zum Abend beschäftigt, die drei- bis fünfjährigen Pflänzchen mit dem Ballen aus dem Saatkamp, dem Tannengarten, auszuheben und auf die von den Stuken gesäuberten Blößen im Abstande von 1,2 bis 1,5 Metern zu versetzen, sind sie nun auf dem Heimwege nach ihrer Waldherberge, jenen Köten dort am Saume der Dickung. Ob wir ihnen einen Augenblick dahin folgen? Im Nu sind die Kiepen abgeworfen, und wenige Augenblicke später prasselt auf dem Herde, der die Mitte der Köte einnimmt, ein lustiges Feuer. Jetzt siedet das Wasser in dem darüber hängenden offenen Kessel, nun werden Brotscheiben hineingeschnitten, etwas Butter, Salz und Kümmel daran gethan, und das einfache Mahl ist bereitet. Zum Kosten eingeladen, folgen wir doch der Warnung der herannahenden Dämmerung und erreichen im beschleunigten Tempo die Stadt.

Die Einrichtung einer Köte oder Bucht, an deren Stelle jetzt vielfach kleine, feststehende Waldhäuschen treten, praktischer wohl und wohnlicher, aber nicht so voll wie jene von der Poesie des Waldzaubers umweht, sehen wir uns ein andres Mal auf einer Hauung an.

Abb. 52. Ilsefälle.
(Nach einer Photographie von F. Rose in Wernigerode.)

Waldarbeiter.

Wir treffen es günstig: eine ganze Schar von Waldarbeitern, scharfe Äxte auf der Schulter und auf dem Rücken die große Waldsäge, schreitet gemessenen Schrittes vor uns her. Die neu geflickten und frisch gewaschenen Kittel und Beinkleider aus ungebleichtem Drell, welche mit der mit Seitenklappen versehenen grünen Tuchmütze oder einem beulenreichen Filzhute, dicken Gamaschen und derben Schuhen ihre Kleidung ausmachen, sagen uns, daß sie aus ihrem heimatlichen Dorfe kommen; sie haben in ihrer Familie den Sonntag verlebt und wollen nun heute, am Montag Morgen die am Freitag Abend unterbrochene Arbeit wieder aufnehmen (Abb. [19]). Jetzt nehmen ihre Frauen, die ihnen bis zur Stadt das Geleit gegeben und ihnen in ihrer Kiepe den aus einem nicht enthaarten Kalbfell kunstlos gefertigten Ranzen — den Urahn des modernen Rucksacks — getragen haben, in dem sie außer Pulverhorn und Eisenkeil („Fimmel“) Lebensmittel auf eine Woche mit sich führen, unter Scherzreden Abschied, und schwerer noch bepackt als vorher setzen die Arbeiter ihren Marsch fort. In seinem ruhigen, aber nichtsdestoweniger fördernden Schritt vermag den Holzfäller auch der jetzt leise niedertröpfelnde Regen nicht zu beirren: er schlägt nur die alte Pferdedecke, die ihm im Walde als Bettdecke zu dienen bestimmt ist, als Regenmantel um sich und seine blanken Werkzeuge.

Die Köte.