Abb. 9. Marktkirche in Klausthal.
(Nach einer Photographie von Fr. Zirkler in Klausthal.)
Dem Unter-Devon gehören zum größten Teil die „Unteren Wieder-Schiefer“ — harte Schiefer mit eingelagerten Kalklinsen — und ähnliche Schiefern bei Zorge, Harzgerode und Mägdesprung, sowie der „Hauptquarzit“ des Unterharzes, die sich südöstlich an den Oker-Bruchberg anschließenden Quarzite und neben sandigen Schiefern des Rammelsberges, der nach seinen zahlreichen Versteinerungen, den zu den Armfüßern gehörenden Spiriferen oder Windungsträgern benannte Spiriferen-Sandstein an, welcher die Berggruppe zwischen Oker und Innerste, also den Rammelsberg, den Kahlenberg und Bocksberg, die höchsten Kuppen der Klausthaler Hochebene, bildet.
In das Mittel-Devon rechnet man außer einem Teile der Wieder-Schiefern (bei Hasselfelde, im Selkethal) besonders die „Wissenbacher“ (oder Goslarer) und die Calceola-Schiefer. — Die Calceolaschichten, welche sich eng an den Spiriferen-Sandstein anschließen und sich durch ihren großen Reichtum an Petrefakten auszeichnen (Leitmuschel Calceola sandolina, gemeine Pantoffelmuschel) finden sich zwischen Oker und Innerste in schmalen Säumen, in Mulden und in sattelförmigen Hervorragungen. Die auf ihnen folgende Zone der Goslarer Schiefer ist von hervorragender Bedeutung: nicht nur werden die härtesten dieser blau- oder grauschwarzen, dichten Thonschiefer als Dachschiefer benutzt, sondern es ist ihnen auch das berühmte, trotz fast tausendjährigen Betriebes noch immer nicht erschöpfte Erzlager des Rammelsberges eingeschaltet. — Mitteldevonisches Gestein findet sich auch in dem Zuge, welcher — wegen der in ihm auftretenden Diabase und Roteisensteine meistens als Diabas- (Grünstein-) oder Eisensteinszug bezeichnet — von Osterode bis über Altenau hinaus in gerader Linie als 400 Meter breiter Streifen verläuft. Es steht den Wissenbacher Schiefern gleich und wird von Tentakuliten-Schiefern überlagert.
Abb. 10. Doppelthaler vom Jahre 1688.
Die jüngsten Schichten des Mittel-Devon sind die durch reiche Eisensteinslager ausgezeichneten Stringocephalenkalke (Leitmuschel Stringocephalus Burtini, Burtins Eulenkopf) der Elbingeroder Mulde, die auch in dem soeben genannten „Eisensteinszuge“ zwischen Herzberg und Altenau auftreten.
Das Ober-Devon ist in seiner unteren, älteren Zone vorwiegend Intumescenskalk, in seinen oberen, jüngeren Schichten Cypridinenschiefer. Jener ist nach der zu den Ammonshörnern gehörenden Goniatites intumescens, dieser nach dem Muschelkrebs benannt. In die Intumescensstufe gehört vor allem der völlig ungeschichtete Massenkalk des höhlenreichen Iberges und Winterberges bei Grund, eines Korallenriffes mit dem reichsten Schatze von Versteinerungen, und der „Iberger Kalk“ der Elbingeroder Mulde mit den berühmten Rübelander Höhlen. Auch die schwarzen Kalke (mit Cardiola angulifera) am Wasserfallfelsen bei Romkerhalle, am Kellwasser u. s. w. gehören diesem unteren Niveau an. — Cypridinenschiefer finden sich u. a. im Diabaszuge der Klausthaler Hochebene, und als Clymenienkalk bei Lautenthal, am genannten Wasserfall, bei Mägdesprung u. a. O.