1.
Plattdütsch Predigt
äwer Gal. 5, 16-25 hollen in de Paulskirch to Schwerin von P. Studemund.

Wat meint de Apostel, wenn he schriwwt: Dat Fleisch is gegen den Geist, un de Geist is gegen dat Fleisch?

Ick will twei Geschichten vertellen, de uns dat wisen, un des Geschichten sünd würklich passiert. Vor god 100 Johr lewt de Freiherr von Stein. He wir lang Tid Minister, un ick wull, wi hadden ok hüt so’ne Ministers as he wir. Mal hedd em en Herzog inladt un bei Disch wiren ok en ganz Deil jung Leutnants. As se nu all länger bi Disch seten hadden, füng de Herzog an, sönne Geschichten to vertellen, as anständig Lüd nich vertellen söllen. De Herzog lacht lud öwer des Geschichten, un de Leutnants lachten sik ok. Freiherr von Stein set dor mit ’n irnst Gesicht. He säd sik: Dat darfst du nich mit anhüren, du möst den Herzog seggen, dat dat Unrecht is, sönne Geschichten to vertellen. Äwer en anner Stimm in em säd: Lat dat, dat giwwt nen groten Krach, du weißt, wo upgeregt und wütend de Herzog warden kann. Wat geiht di dat an, wat de Herzog vertellen deiht. Min leiw Fründ, hier hewwen wi dat, wat Paulus meint, wenn he seggt, dat dat Fleisch gegen den Geist, und de Geist gegen dat Fleisch is. De Geist, dat Gaude in em säd: Du darfst dat nich ruhig mitanhören, un dat Fleisch, de oll Minsch in em säd: Verbrenn di dorbi de Fingern nich. De Freiherr von Stein ded, woto de Geist em drew. He säd: »Ick heww mi ümmer argert öwer smutzig Geschichten, un ick holl dat nich vör Recht, dat en Herzog to jung Leutnants sönne Geschichten vertellt.« Dat würd bi des Würd dodenstill. De Lüd, de dor wiren, würd’ dat heit un kolt. Se kennten den Herzog. Äwer de sweg en Ogenblick still un füng denn an, von anner Saken to reden.

Noch en Geschicht: En Mann hedd sin Deinstmäken anfohrt un bannig utschullen. Nahst markt he, dat he dat Mäken Unrecht dahn hadd. Do säd en Stimm in em: du möst nu to dat Mäken gahn, un ehr seggen, dat di dat leed deiht, dat du ehr Unrecht dahn hest. Äwer en anner Stimm in em säd: dat is doch man en Deinstmäken, du kannst doch nich na’n Deinstmäken gahn un di awbidden. Dat geiht doch nich. Dor is ok de Geist gegen dat Fleisch, un dat Fleisch gegen den Geist west. He hedd nahstens sülwst vertellt, dat he sick vier Dag henquält hedd, bet he sick entsloten hedd, Awbidd to dohn. So lang sünd Geist un Fleisch in em gegen einanner west, de Geist, de säd: du möst Awbidd dohn, und dat Fleisch, dat säd: dat kannst du in din Stellung nich.

Äwer wi bruken gornich an anner Geschichten to denken. Wi weten ut uns eigen Lewensgeschicht, dat de Geist gegen dat Fleisch un dat Fleisch gegen den Geist is. Dor is ener in Not, mit den wi verwandt oder good bekannt sünd. Denn seggt en Stimm in uns: Dit is jo to trurig, dor mößt du helpen. Äwer denn kümmt bald ne anner Stimm un seggt: Worüm saßt du grad helpen, anner Lüd stahn em noch neger, lat de irst wat dohn. Wenn du em ollig helpen wist, kann du di dit un dat nich anschaffen, wat du so nödig hest. Oder dor hett sick ener mit nen annern vertürnt. Dat is man ne Kleinigkeit aewer nu sünd se uteinanner un süs hewwen se so girn mit einanner verkihrt. Denn seggt en Stimm in em, un dat is de Geist, dat Gaude: Nu gah wedder hen un verdräg di un segg em, du haddst dat nich so bös meint. Äwer ne anner Stimm, un dat is de oll Minsch, dat Slichte in uns, seggt denn: Du kannst nich tauirst hengahn, hei möt irst kamen, hei het de meist Schuld, hei möt irst seggen, dat em dat leed deit, wat hei seggt un daan hett. — Ore dor is en jung Mäten. To de seggen anner: Kumm hüt Abend mit to Danz. Denn fangt de en Stimm an: Dau dat nich, dor geiht dat nich anstännig to, din Öllern sünd ganz gewiß nich dormit inverstahn, wenn du hengeihst, un din Gewissen seggt di ok: Gah nich hen. Äwer ne anner Stimm seggt: Worüm saßt du nich doon, wat de annern doon. Du wißt doch ok wat von din Lewen hewwen. Du warst di all in acht nehmen, dat nix passiert. Vadder un Mudder bruken nix dorvon to weiten. Ore dor findt sick ne Gelegenheit, dat man so nebenbi ollig wat verdeinen kann. De Sak is nich ganz rendlich un schön. Dat Gewissen is nich ruhig dorbi. So seggt de en Stimm: Lat dat lewer. Äwer ne anner Stimm seggt denn: So genau kann man dat hüt to Dag nich nehmen, anner Lüd doon dat ok. Du hest dat Geld so nödig. Nahsten argerst du di, wenn en anner dit Geschäft makt un du nich weißt, wo du di un din Kinner satt kriegen saßt.

Ja, min leiw Fründ, dat is so, as Paulus schriwwt: Dat Fleisch is gegen den Geist un de Geist is gegen dat Fleisch. Wi bruken uns blod in ’n Lewen ümtoseihn. Wi weiten dat ok von uns sülwst. Un wer weit, ob nich hüt noch männigein von uns sonen Strit in sick dörchmaken möt, dat de Geist gegen dat Fleisch un dat Fleisch gegen den Geist is. Aewer wo is dat denn bi uns? Hewwen wi ümmer daan, wat de Geist will? Hewwen wi nich ok oft nog daan, wat dat Fleisch will? Villicht noch in des Dag wedder? Ach wi weiten, woveel Macht dat Fleisch, de Sün’n, in uns hett un wo swack oft de Geist, dat Gaude, in uns is. Un wi weiten, woveel Macht dat Fleisch, dat Slichte, hüt in de Welt hett. De Apostel Paulus schriwwt, un ick will dat hochdütsch vörlesen: »Offenbar aber sind die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen.« Worüm heww ick dat hochdütsch vörlest? Dorüm, wil för veel von dat, wat Paulus hier seggt, uns plattdütsch Sprak gor kein Würd hett. Paulus schriwwt hier von Sün’n, de in ’t plattdütsche Land gornich vörkamen süllen. Äwer kamen se bi uns to Lan’n nich vör? Dat dat bi de Heiden so utsüht, as Paulus schriwwt, kann uns nich wunnern. Se hewwen jo de 10 Gebote in de Schaul nich lihrt un weiten nix von unsern Herrgott un unsen Heiland. Äwer süht dat denn bi uns to Lan’n hüt to Dag anners ut? Ach wo trurig, wo trurig steiht dat doch upstunns mit uns Volk. In ’n Krieg säd mal en lütt Mäten to ehr Mudder: »Mudding, wenn de Krieg vorbi is, gellen denn de 10 Gebote wedder?« De seg, dat de Minschen sick nich kümmern üm dat, wat uns Herrgott in sin Gebote seggt. Äwer is dat beter worden in uns Tid? Ick bruk nich veel dorvon to seggen. Wi weiten jo all, wo dat utsüht, un fragen bang: Wo sall dat blot noch warden? Ward uns Herrgott de Welt un uns Volk nich noch veel scharper anfaten möten?

Ick kann dat äwer nich laten, noch en Stell ut ’n Upsatz vörtolesen, den ne plattdütsch Schriftstellerin schrewen hett. Se wahnt in Schwerin un hürt to uns Paulsgemein. De Upsatz is äwerschrewen: »De Düwel un dat Johr 1920«. In desen Upsatz heit dat: »Baben up den Blocksbarg set de Düwel. He hadd sin grotes Anschriewebauk up de Knei un höll Afrecknung äwer dat Johr 1920. »Bi ’n Düwel noch mal«, rep hei, »dit Johr schafft ’t. Dit is noch en Geschäft. Dit lohnt sick noch de Mäuh.«

Wo veele von de, de süs gornich bitaukamen west wir, föllen em nu in de Klaben, wo veele, de süs nix von em hadden weiten wullt, wiren nu gaud Frün’n mit em. Wedder lacht de Düwel. Dachten se, sei künnen mit em gaud Fründ sin? Wenn hei ehr mal eins sin wohr Gesicht wisen ded, wo bleik sei woll warden würden. Un denn wir ’t tau lat, tau lat, tau lat!

Am meisten Spaß makten em de Wucherers. Wat hadd dat Wurt süs för en bösen Klang hatt ünner de Minschen, dor hadden sick süs nich alltauveel mit bemengt. Dat Geschäft wir ehr so smerig west. Un wer ’t doch daan hadd, den hadden se utstött ut ehr Gemeinschaft. Un nu? Ja, nu hadden’s gründlich uprümt mit dit Vörurdeil, nu wir de Welt klauk worden! Wat hadden se von Ihr un Stolt, wenn de Geldbüdel leddig blew. Geld! Geld! Her dormit! Rin in den Kasten! Nu brukte he, de Düwel, man blot de Fidel to striken un se kemen all, old un jung un grot un lütt, un danzten den willen Danz üm ’t gollen Kalw. Un Larm un Strid, un Haß un Afgunst, un Murd un Dodslag, de süngen in gräsigen Chur dortau, dat de Welt in ehr Fugen bewern ded.

De Düwel slög en anner Blatt up.