Wi sünd jo all Kinner, de in de grote Welt Janken hewwen, nah Hus to kamen. Lat uns alltohop rechte Kinner sin to unsen Vadder in’ Himmel, so vull Vertrugen em an de Hand faten, so wiß em in de Ogen kiken, so girn sin Wurd hüren un sin Gebot don, as uns Kinner dat bi uns maken. Denn warren wi dat ok ümmer wedder marken: wi sünd nich alleen, he is bi uns, uns grote Herr un uns lew Vadder.

Amen.


9.
Prädigt
an’n Buß- un Beddag vör dei Ornt 1920 in’n Dom tau Swerin holln von Paster Meltzer.

Gnad wäs mit juch un Fräden von Gott unsen Vadder un unsen Herrn Jesus Christus!

So spreckt dei Herr Jes. 43,1: Fürcht di nich! denn ick heww di erlöst; ick heww di bi din’n Nam raupen, du büst min!

Min leiwen Frünn! Dei heilig Schrift vertellt uns männigmal, woans dei Herrgott Engel as Baden tau sin Minschenkinner schicken deiht; un wenn sonn’ Herrgottsbaden an ’nen Minschen rannerkümmt, denn heit dat: hei fürcht sick. Ick mein, wi kaent woll begripen, worüm dat so is; ja, ick glöw, uns würd’t ebenso gahn, wenn mit einmal dor von’n Altor her ’nen Engel in’n witten Kleed mit Flüchten, so as dei Biwel ehr uns afmalen deiht, up uns täuswäwen würd. Un worüm dat? Tau’n Deil mag dat woll von dat Ungewennte kamen, äwer ick glöw, dei eigentlich Grund is dat nich, dei liggt deiper, dat kümmt dorvon, wiel wi Minschen vör unsen Herrgott all ’nen leg Gewissen hewwt, bald mihr, bald weiniger, un wiel bie’t Seihn von sonn’ Engel dei Gedanken upstiggt: »Du, dei will di gewiß vör dat Gericht von din’n Herrgott föddern — wo ward di dat denn gahn!«

Von uns hett woll noch kein einer ’nen Engel seihn, uns’ Herrgott schickt ehr nich mihr tau uns as sin Baden. Worüm hei dat nich deiht, dat weit ick ok nich, dat is sin Sak. Aewer sin Baden hett hei likerst noch, un ick seg: ’is kein einer ünner uns, tau denn’ sonn’ Gottsbaden nich all kamen sünd. Ob wi dat all markt un denn’ Gottsbaden ok kennt hewwt, dat is ne anner Frag.