Sonn’ Herrgottsbad süht männigmal snurrig ut: denn eins is’t ’nen Blinnen un denn ’nen Lahmen; denn ’ne arme Wittfru un denn lütt Waisenkind; denn ’nen Kriegsinvaliden un denn ’nen Snurrer. Dörch ehr kloppt dei leiw Gott an bi uns un will mal utprauwen, woans sin Minschen getacht sünd, ob sei ’nen hartes Hart hebben, oder ob sei weikmäudig sünd. Viellicht hett hei bi di so ok all öfters ankloppt — ob du sin Baden kennt hest? Bi mi is en poor Mal ein Herrgottsbad kamen, ganz lütting un nüdlich: ’t wier ’nen niegeburnes Kind, min Kind. Dei kloppt so ganz liesing bi mi an, un ick hewwt woll hürt, wat hei seggen wull: »Dei leiw Gott lett di grüßen, un hei harr di leiw, un dorüm schick hei mi tau di, un hei lett di seggen, du süst mi man ok recht von Harten leiw hebben.« O, wie hewwk mi freut tau sonn’ Herrgottsbaden, un mi is dat ganz säker: dei Vadders un Mudders ünner uns is’t liksterwelt ebenso gahn, dot wier kein Spierken von Angst un Bewern. Männigein von uns mag woll sonn’ leiwlich Gottsbaden noch von anner Ort kennen liehrt hewwen.

Aewer denn wedder — dor klopft dei Herrgottsbad mit vull Fust an dei Dör von ’t Minschenhart, dat dat tausamenfohrt un dörch un dörchschüddert. Vör söß Johr dor kem sonn’ recht grimmigen Baden vonn’ Herrgott tau uns leiw dütsch Volk. Woans seg dei ut! ’nen Stahlhelm up ’n Kopp, ’ne Handgranat in dei ein Fust un ’nen Gewehr in dei anner. Achter em dor rasterten dei Kanonen un Maschinengewehren. Üm em, dor knallt un ballert dat, dor blukden Fürbränn up. Hüser flogen in’ne Luft. Minschen, väle junge, starke Minschen sackten in ’t Gras vor sinen gift’gen Aten. Wi kenn’ denn’ grimmigen Gottsbaden: ’t wir dei Krieg. Wat schuddert uns dor all tauhopen dat Hart, un wi markten: »Dei Herrgott will mit uns reden, heil iernst, wo ward uns dat gahn! wi hewwt ja all wat bi em up’n Karwholt.« Wie käm dei Angst ierst recht, wenn dei Bad in uns’ eigen Hus ankloppen würd, as sin Kugel un Granaten uns’ Jungens, uns’ Vadders un uns’ Bräuders drapen deren. Weißt woll noch, woans dat Hart di bewern würd!

Un na denn’ Krieg, dor kem noch ’nen annern Baden. Dei harr ’ne grote Klock bi sick, dei bugt hei up un treckt denn’ Strang mit ’nen Arm, dor wier nich ’nen Fitzen Fleisch up, blot Knaken, dat wier dei Hunger, un hei lürrt un lürrt, is ja noch ümmer bi si Lürren, dorvon verliert dei Minschen dei Farw ut dei Backen, dei Knei ward ehr swack, un dei Kräft kamt ehr afhann’, Kinner un oll Lüd starvt as dei Fleigen — o wo grippt einen dat Klockenlürren an dei binnelst Seel, un dei Angst wakt up, un dat schriegt: »Herr, Herr, is’t noch nich bald naug, wi vergaht süs all tauhopen!« Wenn sei’t man irst all markt harrn in Dütschland, da dei Herrgott sin Baden tau ehr schickt hett, mit ehr iernst tau reden!

Hüt kümmt nu wedder ’nen Gottesbaden tau uns, leiwe Frünn, dat is dei Buß- un Beddag vör dei Ornt. Dei kloppt ok nich lis un sacht bi uns an, dei kloppt as mit ’nen Steinhamer, dat dei Minsch sick heil un deil verfiert un dat Hart sick em ümdreigen mücht vör Angst. Oder geiht di dat anners? Meinst, dat di dei Bußdag nix tau seggen harr? Meinst, hei süll man wiedergahn na dei Tochthüser un Gefängnissen, up dei Straten un bi dei Eckenstahers un Krakeelers un Halsawsnieders ankloppen? Dor hürt hei hen, aewer nich bi di, nich hier in’n Dom bi ihrbor Lüd? ’t giwwt väle, dei so meint — aewer, ob sei recht hewwt? Ick weit von ’nen lütt Kind, dat harr sin Vadding weihdahn, hart lagen un Vadding wier em bös worden: hei schickt dat Kind tau Bedd, ahn em gaun Nacht tau seggen. Wohrt nich lang, donn hürn dei Ollen vör dei Dör wat snuggern un süfzen — wat mag dat wäsen? Sei horchen, donn wart dor wat rohren. Sei makt dei Dör apen — dor steiht ehr Kind in sin Nachthemd un rohrt so bitterlich un löppt up sinen Vadder tau un fött em üm un seggt: »Ick kann nich inslapen, Vadding, wäs wedder gaud!« Is di dat nich ok all männigmal so gahn, dat du nich inslapen künnst von wegen dat, wat du dahn harrst gegen din Leiwen? gegen dinen Herrgott? Woans aewer, wenn du nu irst ganz hen slapen gahn sast — un wi möt all hen slapen, wer weit, wo bald — ob du denn nich ok anfangen mößt tau snuggern un tau süfzen un tau rohren: »Ick kann nich inslapen, kann nich starben? Dor in ein Eck, dor sitt min Mudder, ick heww ehr up’t Hart perrt. Ut dei anner Eck dor kickt mi ’n Mäten an so trurig, ick heww ehr dei Trug braken, un ut dei drürr Eck ’nen Fründ, ick bünn tau ’nen Judas an em worrn. Un dor un dor — wat weit ick, wat dor noch all sitten un mi verklagen warr.« Müggst du dat — ick frag jedeneinen von uns: müggst du dat?

Ick mein, dei Bußdag hett uns alltausamen wat tau seggen un tworst sihr wat Iernstes. »Du, du,« seggt hei, »woans hest du dinen Herrgott weihdahn! Din Lewen verklagt di, hier hest du’t fehlen laten un dor verseihn. Un dei Herrgott lett nich mit sick spaßen oder gor sick tau’n Narrn holln, hei is ’nen starken iwrigen Gott — woans sall di dat gahn!« Dor fangt dat Hart an tau bewern un tau schuddern. Ja, so möt dat sin, wenn ’nen armen Sünner as du un ick vör ’nen Baden von denn’ heiligen Herrgott steiht.

Nich wohr, dei Bußdag hett uns doch wat tau segg’n. Dei Beddag nich ok? Hei fröggt: »Woans steiht dat mit din Gebedd! Bedst du? Ick mein, ob du allens, wat du belewen deihst, mit dinen Herrgott besprekst tauvertruglich, so as dat Kind mit sin Mudder snackt? Dei Frag mag männigeinen dat Blaut in dei Backen driben, un hei mag anfängen tau stamern: »Ach, du Hergottsbad, ick heww min Gebedd verluren — wat ick so »beden« nennt heww, is gor kein richtig Beden west.«

Aewer nu hürt tau, all tauhopen, ji all, dei dat Hart bewern deiht vör denn’ Herrgottsbaden: so spreckt dei Herr: »Fürcht di nich! Ick heww di erlöst — ick heww di bi din’n Nam raupen, du büst min!« O, wur dat klingt! as Engelsmusik. Binah tau schön, as dat wi’t glöwen kaent. Ick sall mi nich fürchten, seggt dei Herrgott, vör nix in ’ne Welt, nich vör Minschen, nich vör dei Ornt un ehr Sorgen, nich vör Krankheit, nich vör Hunger, nich vör Streiks un Uprauhr, nich vör min Schuld, nich vör’t Starwen — is’t würklich mäglich? Dat is mäglich — dor steiht jo: »So spreckt dei Herr usw.« Und dat dat ganz säker is, dorüm nimmt hei di bi dei Hand un geiht mit di hen nah Jerusalem. Dor is ’nen Barg, is man ’nen ganz oll lütten un doch höger as all Bargens in dei Welt, so hoch, dat all Minschen em seihn kaenen, dei heit Golgatha. Up denn’ Barg dor steiht dat Krüz un an dat Krüz dor hängt bleik un bläudig min Heiland Jesus Christus. Du weist, worüm hei dor hängt. Von em hebbn ja all uns Feldgrisen dat lihrt, wat sei dahn hebbn för uns, för ehr Frug un Kinner, ehr oll Vadder un Mudder, för ehr Dörp, ehr Stadt un ehr armes leiwes Vadderland. Dei Mann an’t Krüz het ehr dat vörmakt — dat is ja dei Predigt von’t Krüz: »För juch! för juch! Ick bün juch Heiland, för jug Sünn un Schuld heww ick mi opfert, för juch heww ick gewn min Lewn bet in ’nen Dod.« Dorüm weg mit all din Angst, fürcht di nich, du hest ’nen Heiland, dei hett di erlöst. Ja di! Dat di dat ganz säker warden sall, dorüm nimmt di din Herrgott wedder bi dei Hand un geiht mit di trüg in dei grötste Stunn in din’n Lewen, in din Döpstunn’. »Ick heww di bi din’n Nam raupen,« so seggt hei. Ja, so deip hett dei grot Gott sick tau di dallatn, dat hei di sin Kind nennt hett. Wie weit’ dat tworst nich mihr, äwer wohr is’t dorum doch. As wi gröter würd’n, hett hei nich uphürt uns tau raupen. Hei rep bald lising bald lut, bald iernst, bald fründlich, ümmer so, as wi’t grad brukten. Hei rep uns dörch all dat Gottswurt, dat wi hürt hewwt von uns’ Mudding un in ’ne Schaul, as wi tau’n Beden güngen un in ’ne Kirch.

Hei seg di in Gefohr, up’n legen Weg tau kamen, donn schickt hei di woll ’nen gauden Fründ in’n Weg, din ollen Schaulmeister oder Preister, dei kek di so fründlich an, un red’dt so fründlich mit di — süh, dor wier dei Herrgott bi un rep di. Hei seg di vertwifelt, du harrst wat Legs dahn, vör di wier allens so düster, du künnst denn’ rechten Weg nich wedder finn’n, hei rep di: dor schöt di woll dörch denn’ Kopp ’nen Gottswurt, dat du lihrt hest, viellicht: »Kamt her tau mi, ji Mäuhselign un Beladenen, ick will jug erquicken« oder wat Ähnliches — dei Herrgott rep di. As ick mal up’n Lann’ wier un mit sonn’ halwwussen Jung aewer Feld führt, ’t wier Winter un dei Weg wier slicht, durt nich lang, dor smeten wi üm. Aewer ahn Schaden rappelten wi uns wedder rut. »Dor is Gott bi wäst,« säd dei jung Minsch; hei harr’t markt: Dei Herrgott röppt uns bi Nam. Wo oft hett hei uns raupen, denn’ einen in’t Granatfüer, denn’ annern up’n Krankenbedd; denn’ einen ünnern Dannenbom, denn’ annern an’n Trualtor un weck noch wo anners — ob wi ümmer hürt hewwt, wenn hei uns rep? Ob wi ümmer verstahn hewwt, wat hei uns seggen wull?«

Na, ’t mag sin as ’t will — hüt röppt hei uns wedder all tausam un jedenein för sick. Un wat hei uns hüt tau seggen hett, dat is för uns all ein un dat sülwige: »Fürcht di nich, du büst min.« O, wur dat klingt! Denk trüg an dei Tid, as du noch lütt wirst, dor kem woll mal wat Swers, ’nen Hund oder ’nen groten Jung, dei wull di wat dauhn, di würd bang, du füngst an tau schriegen — denn kem woll Vadder oder Mudder, sei faten di üm un strakten di, un sei säden in’n Ton, as blot Vadder un Mudder snacken kaent: »Wäs man still, min Jung, min Diern, ick bün ja bi di, fürcht di nich, du büst ja min.« Un denn wier all Angst vörbi, du fäuhltst di borgen in trugste Leiw.

Wat äwer will ok dei trugste Leiw von Vadder un Mudder bedüden gegen de Leiw von denn’ Vadder in’n Himmel. Uns’ Vadder Luther seggt: »Wust du Gott malen, mößt du en Füer malen von luder Leiw.« Un dese leiw Gott, dei nix is as luder heilige Leiw, dei seggt tau di un tau mi: »Du büst min.« Will wi em dat Wurt nich avnehmen? Sall dat Wurt mi nich vergneugt un tauversichtlich maken? Ick heww mal ’nen jungen Mätn up ehr letzt Lager dit Wurt tauraupen un ehr doruphen dat heilig Abendmahl gewen. Vördem wier sei so mißmaudig un bedräuwt, un naher? einmal aewer dat anner kem dat aewer ehr Lippen: »Ick bün sin, ick bün sin.« Un dorbi flög aewer ehr Gesicht son’n äwerirdischen Glanz un so is sei ohn Angst sanft un selig inslapen.