„Wir waren”, setzte der Konsul hinzu, „dort in München viel mit Doktor Marx zusammen —”
„Marx?!”
Ingos Fuchs wurde unruhig und begann zu tänzeln.
„Ebenfalls Mitglied”, bemerkte Bruck.
„Der kleine Kommerzienrat?! Schallers Freund?”
„O nein, der nicht!” lachte der alte Herr. „Sein Bruder, ein stiller und sympathischer Gelehrter. Sie wissen ja, daß ich die modernen Israeliten nach zwei Gesichtspunkten einteile: Spinozisten und Mammonisten. Dieser jüngere Marx ist ungefähr das Gegenteil von jenem Mammonisten.”
„Na, auch über diese Rasse dürften unsre Ansichten auseinandergehen”, warf der Major herüber.
„Läßt sich wohl denken”, versetzte Bruck. „Aber mit preußischem Kommando wird auch hier nichts entknotet werden.”
Ingo suchte zu vermitteln.
„Ich fürchte manchmal, daß unser allzu laut gewordenes Deutschland durch Demütigungen hindurch muß, um sich wieder auf seine stille europäische Aufgabe zu besinnen. Es ist etwas Nervöses und Überreiztes in dieser ganzen Zivilisation. Und nun willst du mich auf die Wartburg schleppen, Richard, willst mich dem höchsten Repräsentanten dieser modern-deutschen Entwicklung vorstellen und in dieses jetzige Getriebe einfangen —”