„Und Sie haben es uns vorgelegt? Aber ich entsinne mich doch nicht, daß Ihr Name — —”

„Der Deckname war Franz Sturmegg.”

„Ja so, richtig! Also Sturmegg! Hm! Sturmegg?”

Der Intendant fuhr mit sinnender Gebärde über eine nicht unbedeutende Stirne; er war ein gut repräsentierender Mann.

„Die Sache ist längst erledigt, Exzellenz. Es war für mich eine heilsame Lehre, den Bühnendichtern nicht mehr ins Handwerk zu pfuschen.”

Exzellenz erkundigte sich, immer die Hand in huldvollem Nachdenken an der Stirn, nach Titel und Inhalt.

„Richtig! So etwas mag mir ja wohl einmal, ich glaube sogar mit einer Empfehlung unsres wackren Wildenbruch, durch die Hände gegangen sein. Aber — ja, ja — ein sehr undankbarer Stoff! Sehr undankbar, wirklich! Und bei der — nicht wahr — bei der ungeheuren Fülle von künstlerischer Arbeit, die unsere Königlichen Bühnen zu bewältigen haben — —”

„Ich reiste sogar”, fuhr Ingo fort, „nach brieflicher Anmeldung selber nach Berlin. Aber ich bin telephonisch von irgendeinem Beamten wieder nach Hause geschickt worden, ohne zur Audienz zu gelangen.”

Stein lachte selber über diese überwundene Epoche. Der Intendant war ein klein wenig betreten, beugte sich jedoch mit liebenswürdigstem Lächeln zu dem Baron hinüber: