„Doch, Friedel”, erwiderte Ingo. „Ich habe in der Tat einige Blätter geschrieben. Habt ihr Geduld? So les' ich sie euch vor. Sie sind zugleich Lebensprogramm für mich und mein Weib. Nicht wahr, Elisabeth?”
Er lief in sein Schreibzimmer, kam mit drei Blättern zurück und las ...
I.
„Rückzug aus dem eisigen Rußland! ... Eines Titanen hochgespannte Willensleistung ist von den Göttern zerbrochen worden! ... Durch die weiße Wüste, deren Horizonte sich im Schneelicht verlieren, schlürfen die zerlumpten Reihen der Franzosen, umstäubt von Schneewind und Kosaken — aufgelöste, dumpf marschierende, stumm dahinknirschende Grenadiere ... Welch ein Geräusch! Das Zornweinen einer Armee!
Und zwischen den vereisten Bärenmützen, zu Fuß, um sich wieder zu erwärmen, der Kaiser selber. An toten Soldaten und an Pferdeleichen vorüber. Hinter ihm, gleichfalls abgesessen, der Schwarm der Generalität. Und stumpf über den Schnee schlürfend, schlürfend, schlürfend die Reste der Regimenter ...
II.
Wo sind sie heute, die Enkel jener Massen von Hunderttausenden, die der geniale Korse über die Schlachtfelder Europas gejagt hat?
Wiederum bilden sie Massen: sie fronen in den Fabriken.
Wieder um sie her Glut und Rauch, wie einst in den Schlachten um die Großväter. Gespenstische Gestalten stehen mit langen Stangen, wie Kanoniere, und stoßen in rotfließende Glutmasse.
Aus den Schloten züngelt die Überkraft des Hochofenfeuers. Es überflammt an diesem grauen Winterabend selbst die elektrischen Lichtkugeln.