Hier ist die Liebe Königin; ihre Prinzessinnen heißen Schönheit und Weisheit. Die Edlen, die sich im Seelenland begegnen, sind freie Freunde.

Jetzt beginnt das Amt des Spielmanns und des Gralsuchers.

Er spricht zu Menschen, die wieder ihre unsterbliche Würde empfinden.

Und nun fühlst du plötzlich, daß auch Gedankensenden eine Tat ist. In deinem Zimmer wandelnd, an deinem Ofen träumend, bist du mit Geist und Herz nicht an die Enge gebunden. Dein Drang, Schönheit und Güte zu suchen oder zu entzünden, läuft wie ein Strahlenwerk hinaus durch die sternklare Nacht.

Und wenn alsdann an dein eigenes Herz Gutes pocht, du bedrückter Mann der Arbeit; wenn ein Harfenton der Liebe deine eigene Seele berührt, du müde Freundin — so wisse, daß auch andre Herzen liebevolle Gedanken aussenden an alle sorgende, kämpfende, leidende Menschheit.

Und du bist nie allein! ...”

So las Ingo.

Die Gesellschaft gab einen behaglichen Beifall zu erkennen. Aber die unruhig mit den Fingern trommelnde Friedel hatte einen Einwand bereit:

„Lieber Spielmann, jetzt noch ein Schrittchen weiter — und du steckst mit beiden Füßen im sozialen Moralpredigen!”

Man lachte.