„Auf Wiedersehen, Friedel!”
„Ingo, ich kann dir gar nicht sagen, wie froh ich für dich bin! Was ist das für ein begnadetes Menschenkind! Sie wirkt durch ihr bloßes Dasein. Wir andern — müssen reden und singen, um uns wichtig und beliebt zu machen.”
„Nicht wahr?!”
Sie sagten nicht einmal, wen sie meinten, denn das war ja selbstverständlich.
Als aber Ingo wieder sein Haus betrat, in dem Gefühl, daß doch nun erst seine eigentliche Welt beginne, die heilige Stille, hatte er einen rührenden Anblick. Er hörte Klavier spielen und vernahm dazu Elisabeths feine und gute, doch keineswegs tonstarke Stimme. Leise trat er ein. Die schlanke dunkle Gestalt mit der schweren Haarkrone saß und bemühte sich, Evas Partie zu lernen, indem sie die Singstimme zunächst mit den Fingern nachtupfte und mitsang. Aber sie war, obwohl sie leichte Sonaten einwandfrei spielte, größeren Schwierigkeiten doch nicht gewachsen.
„Elisabeth!” rief Ingo erstaunt, die Türklinke in der Hand.
Sie erschrak und flog empor.
„Meine gute Elisabeth, komm einmal her zu deinem Mann! Sag' einmal, meine süße Santa, was sind denn das für neue Bestrebungen?”
Sie fiel ihm halb lachend, halb verschämt um den Hals.
„Liebster, verzeih! Ich möchte so gern alles mit dir teilen, alles! Auch mit dir singen. Ich möchte dir sein, was dir andre sind.”