„Ist dies der ältesten Götter
Unheimlich erhabenes Haus?
Großartige Steingestalten
Schauen herab und hinaus.

Titanen der ältesten Rasse
Belebten titanisch den Stein;
Sie prägten die eigene Größe
Dem großen Gebirge ein.

Sie gaben den Felsen Gesichter:
Da ragten gespenstisch rings
Die gralbehütenden Ritter,
Die Memmonsäule, die Sphinx ...”

„Sie haben mich neulich”, begann Bruck nach einer Weile, scheinbar ohne Anknüpfung an Gral und Sphinx, „auf dem Festabend in Barcelona verwundert ins Auge gefaßt, als Schaller die Worte hinwarf, Sie möchten sich vor mir hüten, denn ich sei ein Geisterseher. Es war Scherz von Schaller; aber in Wahrheit verachtet er meine Weltanschauung gründlich, was mich übrigens weder wundert noch ärgert.”

„Ich erinnere mich”, erwiderte Stein. „Wir sprachen ja wohl an jenem Abend auch von Elfen und Nixen?”

„Ganz recht! Sie sagten einmal: Wenn's Elfen gäbe, worauf ich erwiderte: Warum soll's denn die nicht geben?”

„Ja, ich erinnere mich dessen deutlich.”

„Nun gut,” fuhr der Konsul fort und strich mit der ihm eigenen unerschütterlichen Gelassenheit seinen grauen Vollbart, „ich habe meine Verteidigung oder Erklärung aufgeschoben bis zu dieser ruhigen Stunde. Und da Sie mich gestern abend wiederum verwundert anschauten, als ich vom Magnetismus dieses Berges sprach, bin ich Ihnen nähere Mitteilungen schuldig. Sie sind zwar ein philosophisch und literarisch gebildeter Mensch; aber mir wäre das wohl zu farblos. Ich brauche Tatsachen. Und so war ich zunächst Materialist, bis mich vor etwa zehn Jahren allerlei Erlebnisse zu spirituellen Einsichten zwangen. Heute such' ich keine Beweise mehr für die Unsterblichkeit der Seele, denn sie sind mir in überreicher Fülle gebracht worden.”

„Experimentelle Beweise?” fragte Stein bedenklich.

„Es ist schwer darüber zu sprechen”, erwiderte der merkwürdige Mann. „Um aus höheren Sphären Mitteilungen zu erhalten, muß man sich vor allen Dingen selber zu höherer Wesensart reinigen und erziehen. Anders ist eine Verbindung mit oberen Mächten gar nicht möglich.”