Wenn unsre Feinde um uns her Deutschlands Kraft und Größe erlebt haben; wenn sie das Schwert aus den Händen legten und nun herhorchen und Deutschlands Vorangehen und Beispiel erwarten: welche innere Welt werden wir diesen entleerten Völkern bieten? Womit werden wir uns, womit werden wir sie auferbauen? Mit welchem Seelengehalt werden wir unsren Reichskörper füllen und adeln?

Genügen da politische und wirtschaftliche Maßnahmen? Haben wir damit Elsaß-Lothringen innerlich erobert? Genügt eine bloß geographische Umgestaltung Europas?

Oder erwarten dann die verbitterten Herzen unerhörte Neugedanken und Neugebilde auf seelischem Gebiet?

Da irgendwo steckt Deutschlands schwerster Beruf.

Wir werden siegen, wenn wir des Sieges würdig sind. Wir werden des Sieges würdig sein, wenn wir nach so viel Außenkultur etwas sehr Wichtiges zu übernehmen fähig sein werden: nämlich

die seelische Höherführung der Völker.


In diesem Sinne wird man von uns Großtaten des Herzens und des Geistes erwarten, kongenial den Großtaten des Krieges. Man wird von Deutschland etwas wie einen Tempelbau erhoffen: eine neue Weihe des durch Mammonismus und Materialismus entweihten Zeitalters.

Das geht wie eine tiefere und tiefste Ahnung durch das jetzige Zeitgemüt, soweit es nicht in seinen Instinkten gebrochen ist durch den Tanz um das Weib oder um das goldene Kalb. Die Gesammelten unter uns spürten da längst ein Pochen in den Tiefen der unbefriedigten modernen Seelen.