Eine Weile stand Fanny am Fenster und schaute den abziehenden deutschen Truppen nach. Marschierende Männer, endloses Fuhrwerk, bis in die beginnende Nacht, ausgestoßen vom Elsaß, eingeschluckt vom inneren Deutschland ... Wasser, die sich verliefen ...

Dann fragte sie nach Gustav. Aber er war nirgends zu finden.

Man wartete, ward unruhig, fragte in der Nachbarschaft umher; man lief auf seine nächsten Lieblingswege hinaus und rief seinen Namen.

Endlich kam Fanny auf den Gedanken, in seinem Studierzimmer genauer Umschau zu halten.

Es lag deutlich sichtbar ein Brief auf dem wohlgeordneten Schreibtisch. »An meine Lieben«, stand auf dem Umschlag. Mit bebenden Knien öffnete die Braut, las den Inhalt und sank mit einem Wehlaut zu Boden.

Der Brief enthielt nur die wenigen Worte:

»Ich kann das Schreckliche nicht ertragen, das über mein deutsches Vaterland und über mein armes Elsaß hereingebrochen ist. Sucht mich im Teich und begrabt mich im Birkenwäldchen!

Euer unglücklicher Gustav.«


Auf der Höhe des herbstlich leeren Gartens standen die blätterlosen Birken weiß und still.