Dann die Bildkarten, die von Hand zu Hand gingen: Parademarsch der Franzosen vor dem Kaiserpalast — Festgewimmel um das fahnenumwogte Kleberdenkmal — jauchzendes Volksgedränge, fahnenschwingende Jugend — hier ein begeisterter junger Mensch, der dem französischen General das Pferd am Zügel führt — —

So also sah es jetzt in Straßburg aus.

»Was sagt Fanny dazu?« fragte Arnold. »Und wo bleibt sie?«

Frau Lobsann erzählte von dem Besuche des durchreisenden Lazarettgehilfen, der Paket und Brief von Schwester Lisy gebracht, und von der Schändung des Kaiserdenkmals. Arnold horchte hoch auf, als er vernahm, ein Verwandter Fannys habe sich an dem häßlichen Vorgang beteiligt.

»Ein Verwandter?« fragte er mit fast erschrockenem Staunen. »Das kann doch nur ihr Bruder sein —?«

»Dem sie den Haushalt führen will«, setzte Cäcilie bedeutsam hinzu. Und ein höchst gespannter Zug trat auch in ihr Antlitz.

Arnold verstand diesen fragenden Blick. Er nickte ihr zu und entschuldigte sich bei der Gesellschaft: »Ich will zu ihr hinübergehen. Ich fühle, sie macht eine wichtige Entscheidung durch.«

Und er begab sich zu seiner Leidensgenossin.


»Du hast einen Brief von Lisy bekommen, Fanny?«