Der krumme Kellermeister, der neben dem Taubenschlag sein Stübchen hatte und seit einem Jahrzehnt zum Hauswesen gehörte, rollte eben ein leeres Faß unter die Fenster der Wohnstube. Und nun war er wahrhaftig im Begriff, hinaufzuklettern!
Drinnen ging's hitzig her. Und zwar — es war kein Zweifel — in französischer Sprache. Im Dorf lag bayerische Einquartierung; vor der nahen Schmiede lungerten Feldgraue herum. Wurde jenes politische Gespräch in Bielers Wohnstube noch lauter, so konnte die ganze Gasse das unpolierteste elsässische Französisch vernehmen. Und dann — dachte Schauli mit Recht — war »der Teufel los«.
So rollte denn der krumme Schalk sein Fäßchen heran, nahm erst eine Prise aus der Birkendose und verfügte sich mit seinen Säbelbeinen etwas mühsam auf den Faßboden. Und plötzlich sich erhebend, streckte er den schnauzbärtigen und buschigen Graukopf mit der zerknitterten Hausmütze ins Fenster.
»Messieurs!« rief der alte Zuave. »Excusez, awer 's isch vun dr ditsche Rejeerung verbotte, franzehsch ze redde!«
Sprach's und verschwand wieder schmunzelnd in die Tiefe, die französisch parlierenden Brüder Bieler ihrem Staunen überlassend.
»Wer isch denn drinne, Schauli?« rief Fanny herüber.
Schauli drehte den Kopf aus dem Kellereingang zurück und legte einen Ton komischer Hochachtung in seine Antwort.
»Dr Herr Charles üs Stroßburi!«
»Sunsch nix?«
Es klang nicht gerade entzückt.