Der hatte drei schöne Töchterlein« ...
Und hier das lange nicht vernommene:
»Wenn ich ein Vöglein wär'
Und auch zwei Flüglein hätt'« ...
Und dann:
»Es waren zwei Königskinder,
Die hatten einander so lieb ...«
Oder »Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht« — »Ich hört' ein Sichlein rauschen, wohl rauschen durch das Korn« — — Er las sich hinein; er vergaß Ort und Zeit; er ließ die warmherzigen Zeichnungen auf sein Empfinden wirken. »Und wovon singen sie alle, diese Lieder? Was suchen sie alle?« Er gab sich selber Antwort: »Immer nur des andren Seele! Immer nur Liebe!«
Ihm däuchte, da müßte irgendein Zauber walten, ein Elfenspuk. Doch die Tagesarbeit rief. Er warf das Heft auf den Tisch und frühstückte rasch. Dann bewegte sich seine hohe, hagere Gestalt mit den bekannten großen und langsam-würdigen Schritten in etwas wiegender Gangart durch den Ort nach der Schule, wo er fast täglich ersatzweise Unterricht zu geben pflegte.
Unterwegs begegnete ihm der katholische Pfarrer.