»Woher haben Sie denn nu eigentlich Ihr blaues Auge, Dickerchen?« fragte der Hauptmann. »Sie wollten heut' abend, als die Herren darauf anspielten, nicht recht mit der Sprache heraus. Na nu los!«

Gustavs Schulkamerad zog die Brauen hoch und blinzelte schalkhaft, als ob es sich da um ein ganz besonderes feingewürztes Abenteuer handelte.

Endlich sagte er:

»Das hab' ich Ihnen zu verdanken, Herr Hauptmann!«

»Nanu, wieso denn? Hab' ich Sie in der Bezechtheit verhauen?«

»Das nicht, aber die Sache ist nämlich so. Es ist hier in der Nachbarschaft einer auf Sie eifersüchtig.«

Und nun erzählte der eine Dicke dem andern den Vorfall im Giebelstübchen zu Lützelbronn. Wobei er freilich die Tatsachen boshaft umfärbte. Er vergaß nicht die Fahnenflucht des jungen Bieler und verweilte bei dessen »apart netten« Schwester; er stellte schnalzend fest, der alte Bieler habe einen wohlgefüllten Weinkeller, dessen Geheimnisse eine Untersuchung verlohnten.

»Kenne den Fall ganz genau«, prahlte der Hauptmann, spitzte jedoch die Ohren und stieß Rauchkringel in die Luft. »War schon dort, reiches Haus, sah freilich weder die Kleine noch die Weine — hübscher Reim, was? Sagen Se 'mal, Dicker, Sie kennen ja das Terrain hierzulande: kann man da 'rankommen?«


Tags darauf stand der Hauptmann in Bielers Wohnstube.