Tränen stiegen ihr in die lieben Augen. Er küßte die Tränen fort. Und von den Augen suchte sein Mund weiter Wangen und Lippen der Braut. Sie vergaßen die ganze Welt.

In diesem Augenblick geschah etwas Furchtbares.

An die folgenden Minuten erinnerte sich nachher niemand mehr genau.

Eine schnarrende Stimme dröhnte plötzlich in diese süßeste aller Stunden: »Reizend! Ei, ei! Ein Idyll mitten im Kriege! Hübsch! Reizend!«

Der Hauptmann war eingetreten; hinter ihm Bieler, der den Unseligen vergeblich abzuhalten suchte. Jener hatte Fannys Stimme vernommen, schon bereit, ins Auto zu steigen, und war seiner Witterung gefolgt, in angetrunkenem Zustande nicht mehr abzulenken.

»Herr Hauptmann,« stotterte der Winzer, »es ist halt — Sie müssen exküsieren« —

»Einquartierung im Dorf, versteh' schon, Herr Bieler! Bitte Platz zu behalten, meine Herrschaften! Ich ziehe mich verschämt wieder zurück!«

Das Liebespaar war so erstarrt, daß Fanny zwar mit einem Ruck von Gustavs Knien abgesprungen war. Aber sie stand noch in naher Umarmung, gleichsam ängstlich den Geliebten umschlingend.

»Was denken Sie denn von mir?!« sprühte sie jetzt empört heraus.

»Nur was ich sehe, schönes Kind!« scholl es zurück. »Ist mir aber scheußlich interessant, dies pikante tête-à-tête