»Das sich abends den Bauch voll Bier pumpt und um Mitternacht Türen schmettert«, bestätigte der andre.
»Das laute, schnarrende Deutschland, das die innere Stimme betäubt!«
»Das seelenlose Deutschland der Wucherer, Kriegsgewinnler und Etappenschweine!«
So sprang es hin und her zwischen dem Altpreußen und dem Altelsässer. Und hier erhoben sich beide. Trotzendorff streckte die Hand aus und schlug in seines Besuchers Hand: »Wir verstehen uns, Herr Pfarrer!«
»Ich danke Ihnen, Herr Oberstleutnant!«
Der Pfarrer verbeugte sich leicht und nahm wieder Platz.
Dann wiederholte er seine Frage und formte sie genauer:
»Nehmen Sie mir die Sorge vom Herzen, soweit Ihnen der Dienst Offenheit gestattet! Was für Aussichten hat das deutsche Friedensangebot? Wie steht's um unser Elsaß?«
Der Oberstleutnant war sogar innerhalb seiner Familie in Dienstsachen von peinlicher Verschwiegenheit. Er hatte darin, wie in seinem ganzen Wesen überhaupt, etwas Starres. Jetzt sah er sein Gegenüber eine Weile scharf und schweigend an; der Blaustift pochte auf die Papiere. Endlich sagte er langsam: »Es würde Freund Lobsann und seine Frau gewiß freuen, wenn Sie wieder Fühlung mit ihm nehmen würden. Sein oberes Stockwerk steht leer. Sollten Sie einmal« — und er betonte nun jedes Wort — »in die Lage kommen, sich aus dem Elsaß zurückzuziehen, so würden Sie dort gewiß schöne deutsche Gastfreundschaft finden.«
Weiter sagte er nichts. Er schaute nur dem Pfarrer ernst und unverwandt in die Augen. Und der Pfarrer verstand ...