»Durchaus, Herr Oberstleutnant, durchaus!«
Ungeduldig klopfte der Blaustift.
»Was heißt das: durchaus? Wollen Sie sich nicht freundlichst etwas genauer ausdrücken?«
»Gestatten mir Herr Oberstleutnant, daß ich von einer Tatsache ausgehe, die hier entscheidend ins Gewicht fällt.«
»Die wäre?«
»Bei den ersten Kämpfen im Oberelsaß wurde bekanntlich aus den Häusern geschossen —«
»Na, na, was haben denn diese peinlichen Dinge hier zu tun?«
»Wenn ich mir gestatten darf, Herr Oberstleutnant: mein bester Freund wurde dabei erschossen, infam, aus dem Hinterhalt. Also von Einwohnern dieses Landes.«
Unwillig warf Trotzendorff den Bleistift hin.
»Wie können Sie so was behaupten, wenn Sie keine genauen Beweise haben?! Ist das einwandfrei festgestellt? Sie wissen doch, daß französische Soldaten bürgerliche Kleider im Rucksack hatten. Und daß allerlei bedauerliche Mißverständnisse und Aufregungen vorgekommen, wie sie bei der ungeheuren Erregung erster Kriegswochen leider nicht zu vermeiden sind. Wir wollen lieber auf diesem Wege nicht fortfahren, Herr Hauptmann. Die Elsässer leiden ohnedies genug unter dem Verhalten einzelner Landsleute. Ich habe selbst sehr viele Elsässer kennen gelernt, die sich äußerst tapfer gehalten haben. Also gut, ich lasse Ihre Meinung insofern gelten: sie erklärt Ihr Vorurteil. Waren Sie schon früher im Lande?«