»Niemals, Herr Oberstleutnant.«

»Nun ja. Aber jetzt die Gegenfrage: Wenn Ihnen dieses Haus Bieler als — wie sagen Sie in Ihrer Eingabe? — als ›Brutstätte deutschfeindlicher Gesinnung‹ verhaßt war, weshalb ließen Sie sich dennoch im Keller bewirten? — Sie schweigen. Auch eine Antwort.«

»Allerdings — immerhin — ich — wie gesagt, ich will meine menschlichen Schwächen nicht entschuldigen, Herr Oberstleutnant. Aber die Tatsache, daß alle drei Beteiligten in französischer Sprache auf mich eindrangen — —«

Des Hauptmanns Stimme war wieder scharf und nasal geworden.

»Das stimmt nicht!« rief Bieler.

»Unmöglich!« fiel auch der Pfarrer ein. »In meinem Hause wurde nie französisch gesprochen.«

»Kurz, ich fühlte mich plötzlich unter lauter Feinden.«

Bieler bekam Mut.

»Ich bin der Meinung, Herr Hauptmann, Ihr einziger Feind sind nicht wir drei gewesen — excusieren Sie mich —, sondern vielmehr der Rappoltsweiler Riesling von Anno neunzehnhundertundelf. Und daß im Pfarrhaus immer nur elsässisch oder hochdeutsch gesprochen wird, das kann ich bezeugen.«

»Können Sie das auch von Ihrem Hause behaupten?« fiel der Hauptmann ein.