Nimm meine Seel' dahin!

Nimm sie zu dir in'n Himmel hinein

Allwo die lieben Englein sein,

und vergiß nicht mein!

Volkslied

Herbstwind weinte über den Wasgenwald. Die zerbrochenen mittelalterlichen Burgen standen fröstelnd auf den Höhen entlang. Zerfetztes Gewölk flog um die drei Rappoltsteiner Schlösser; und ganz in schweren Wolken stand die Hohkönigsburg.

Deutschland ging der Stunde seiner Demütigung entgegen.

Und über die Welt kroch jene Seuche, die man die Grippe nennt. Sie warf oft binnen weniger Tage unter Erscheinungen, die mit der Lungenentzündung vergleichbar waren, junge Menschen auf die Bahre, zumal Mädchen und Kinder. Auch die seelische Seuche des Hasses ging weiter. Und Tag für Tag setzte sich noch der Kampf an der Westfront fort. Europa war voll von Blut, doch arm an nährender Milch. Rot war die Farbe der Welt; das Weiß der Unschuld hatte sich in den Himmel zurückgezogen ...


Im Lützelbronner Pfarrhause war neue Lebensbewegung eingekehrt. Es wurde gepackt und gebündelt. Arnold hatte in Straßburg von seiner kirchlichen Behörde seine Entlassung erbeten und erhalten. Der Vikar, der ihn vertrat, wohnte bereits im Pfarrhause. Auch Fanny war eifrig dabei, ihre Ausstattung in Kisten zu packen. Es ging nach Heidelberg, in eine neue, in eine reinere Welt!