Schweren Gemütes, das er unter ermunternden Scherzen zu verbergen suchte, schritt nur Arnold selber durch die verödenden Räume. Jeden Tag erwartete Deutschland das Eintreffen der Waffenstillstandsbedingungen. Und was mochte denn nur in Kiel vorgehen? Munkelte man nicht von Meutereien? In solchem furchtbaren Augenblick auch noch Meuterei!

Fanny und Gustav hatten sich mitten unter all der Umsiedelungsarbeit mehrmals unter geheimnisvollen Andeutungen zurückgezogen, um dann laut und vortragend Wechselreden zu tauschen.

»Was treiben sie denn?« hatte Arnold gefragt.

»Geheimnis«, ward ihm zur Antwort.

Aber das angebliche Geheimnis ward rasch enthüllt. Eines Tages kam Fanny zornig-verdrießlich zu Onkel Arnold gelaufen.

»Nun? Wieder einmal Krach? Mit wem denn?« forschte er.

»Verzeih, aber ich bin ganz unglücklich! Eine Überraschung für dich und eine Abschiedsfeier für die Freunde hierzulande ist mir schändlich zu Wasser geworden. Ich habe die Freude dran ganz verloren und will dir's nur gleich heraussagen. Ach, daß es so wenig Freude auf der Erde gibt, so wenig Liebe! Warum er mir nur immer wieder alles verdirbt! Wer? Aber natürlich Gustav!«

Und sie erzählte. Unter Arnolds Papieren hatte sie einen Band »Gespräche« gefunden, meist philosophischer Art, eines aber so schön, so wunderschön, daß sie's gar nicht genug hatte lesen können.

»Das wollte ich mit Gustav auswendig lernen und vortragen. Dorothee hat ein feines blaues Gewand dazu geliehen, Gustav hätte eine Art graue Mönchskutte getragen. Pfarrer Wirz mit seinem Weißbart und seiner ruhigen Baßstimme hätte am Schluß den Arzt gesprochen. Weißt du, der hätte hinter den beiden aus dem Vorhang treten müssen und — —«

»Aber, Kind, ich weiß ja gar nicht, wovon du sprichst!«