»Wart' nur — und hätte die beiden gleichsam eingesegnet, verstehst du? Gustav hat auch erst zugesagt. Dann aber, natürlich, wie er ja so ist, wurde er ängstlich und fragte, wer dabei zuhöre. Und dann paßte ihm der nicht — jener nicht — und runzelt die Stirne — und er wolle nicht vor den Leuten Theater spielen in so ernster Zeit, obwohl wir doch unter uns sind und es ein so edler Stoff ist — kurz, er will nicht! Siehst du, und da sitz' ich nun, kann meine Rolle genau — und Gustav streikt! Ach, wie gern hätt' ich dich damit überrascht! Daß er mir das so verpfuschen mußte! Denn mit irgendeinem anderen kann und will ich etwas so Zartes nicht spielen.«

»Aber nun sag' mir doch endlich: Was ist es denn?«

»Das Gespräch zwischen dem armen Heinrich — weißt du, jenem kranken Ritter — und dem Mädchen, das ihn lieb hat und sich für ihn opfern will. Ein so herrlicher Gedanke! Ich hätte so gern dieses Mädchen spielen — und noch mehr sein mögen!«

»Zeig' einmal her!«

Arnold nahm die Blätter in die Hand.

»Sieh an, sieh an! Das glaubt' ich lange schon tot und dahin. Und das lebt noch? Das sollte nun durch dich lebendig werden?«

»Wann hast du das geschrieben, Onkel Arnold?«

»Lange her! Solch ein Mädchen hab' ich mir einst als Frau ersehnt. Es ist dann freilich ein wenig anders geworden.«

»Warum hast du mir nie genauer davon erzählt, Onkel Arnold? Warum schließest du deine letzten Herzkammern vor uns allen zu — auch vor mir?«

»Auch vor dir? ... Du bist Braut. Wenn ich ganz offen sprechen würde, könnte das auf eine Braut entmutigend wirken.«