Märchen von Menschen mit derartigen wunderbaren Eigenschaften sind zahlreich. Viele derselben hat Benfey in seinem Aufsatz »Das Märchen von den Menschen mit den wunderbaren Eigenschaften« im Ausland 1858, Nr. 41-45 zusammengestellt. Vgl. auch noch Jahrbuch für romanische und englische Literatur VII, 32. Das ehstnische Märchen ist eine durchaus eigenthümliche Gestaltung des Stoffes. K.

S. [34], Z. 1 und 18 lese man »drei Eier eines schwarzen Huhns.« Wie hier ein schwarzes Huhn, so S. [62] ein schwarzer Hund, S. [70] u. [289] eine schwarze Katze, S. [97] ein schwarzes Pferd, S. [99] schwarze Ochsen. Sch.

Der S. [42] vorkommende Goldapfelbaum, von dem Goldäpfel entwendet werden und bei dem nachts gewacht wird, bis der Dieb entdeckt wird, ist einem vielverbreiteten Märchen entnommen, welches man »das Märchen von dem Goldapfelbaum und von den drei Königssöhnen« betiteln kann. Es findet sich bei Grimm Nr. 57, v. Hahn Griechische und albanesische Märchen Nr. 70, Schott Walachische M. Nr. 26, J. W. Wolf Zeitschrift für deutsche Mythologie II, 389 (aus der Bukowina), Wuk Serbische Volksmärchen Nr. 4, Waldau Böhmisches Märchenbuch S. 131, Glinski Bajarz polski I, 1, Vogl Die ältesten Volksmärchen der Russen Nr. 2 und nach Schiefners Mittheilung bei Afanasjew VII, 121 und Salmelainen IV, 45. In allen diesen Märchen sind es wunderbare Vögel, welche die Aepfel entwenden. Das masurische Märchen bei Töppen Aberglauben aus Masuren, 2. Aufl., S. 139, gehört nur dem Anfang nach her, verläuft aber dann in ein ganz andres Märchen. K.

S. [47] wäre statt »der Hexenmeister Piirisilla« genauer zu übersetzen »der Hexenmeister von Piirisild« d. h. Gränzbrücke (Genitiv Piirisilla). Vielleicht steckt in dem Piirisild eine Erinnerung an den Zauberer Virgilius. Letzterer ist sogar noch in einem polnischen Kinderspiel bekannt, das dem englischen »Simon sagts« (s. Wagner Illustrirtes Spielbuch für Knaben, Leipzig O. Spamer, 2. Aufl., Nr. 714) zunächst kommt. Sch.

S. [51], Z. 4 ist mit dem ehstnischen Texte übereinstimmend zu lesen »schwedische Brüder«. Es zogen diese ja zu dem Könige im Nordlande, wie wir aus S. [49] Zeile 6 ersehen. Wir haben zugleich einen Fingerzeig über die Quelle des Märchens. So finden wir auch S. [60] den Schwedenkönig genannt. Sch.

4. Der Tontlawald.

In dem russischen Märchen »die schöne Wasilissa« (Afanasjew IV, 44) wird die Stieftochter in den Wald geschickt, um von der dort wohnenden Hexe (Jagá babá) Feuer zu holen. Auf den Rath der ihr von der Mutter auf dem Sterbebett übergebenen Puppe, mit der sie ihre Nahrung theilt, begiebt sie sich in den Wald und besteht dort alle Gefahren. Die Hexe giebt ihr einen Todtenkopf mit funkelnden Augen mit, welcher ihre Stiefschwestern zu Asche verbrennt.

Gute Kenner der ehstnischen Gebräuche bestätigen mir die S. [74] und [177] vorkommende Sitte, für die Todtenwächter zur Nacht Erbsen in Salz zu kochen. Sch.

5. Der Waise Handmühle.

Außer dem von Herrn Löwe in der [Anmerkung auf S. 80] Angeführten verweise ich auf den Aufsatz »Ueber das Wort Sampo im finnischen Epos« im Bulletin der Petersburger Akademie III, 497-506 = Mélanges russes IV, 195-209, in welchem ich verschiedene auf Wundermühlen bezügliche russische Märchen vorführe. Sch.