[5] wörtlich: fiel in das Ohr das Echo. Das Echo wird bildlich »Schielauge« genannt. S. Kreutzwald zu Boecler, S. 146.
[6] Vgl. die folgende [Anm. und die Nota S. 25] zu 2. »die im Mondschein badenden Jungfrauen.« L.
[7] Die alte Anschauung der Ehsten unterscheidet feindliche und günstige Winde und schreibt beiden den weitgreifendsten Einfluß zu. Die unaufhörlichen Windströmungen, welche an dem ehstnischen Küstenstrich ihr Spiel treiben und von der größten Bedeutung für das Naturleben sind, erklären dies vollkommen. In unserer Stelle ist die Krankheit nicht »von Gott, sondern vom Winde gekommen« und soll auch wieder (homöopathisch) durch den Wind vertrieben werden. Vergl. Kreutzwald zu Boecler, ehstn. Aberglaube, S. 105 ff. u. Kreutzwald u. Neus, Myth. u. mag. Lieder der Ehsten, S. 13. L.
[8] Ahti oder Ahto (sprich Achti, Achto) ist in der finnischen Mythologie der über alles Wasser herrschende Gott: ein alter ehrwürdiger Mann mit einem Grasbart und einem Schaumgewand. Er wird, characteristisch genug, als begehrlich nach fremdem Gut geschildert. Im ehstnischen Epos vom Kalewi-Poëg Ges. XVI., V. 72 ist von Ahti's Sohn und seinen (Wasser) Gruben die Rede. L.
[9] Loch am Giebel des Hauses (zum Hinauslassen des Rauches). L.
[10] Mana ist in der finnischen Mythologie gleich Hades-Pluto; er wird als ein alter Mann mit drei Fingern und einem auf die Schulter herabhängenden Hute geschildert. In einer ehstnischen Gebetsformel aus dem Heidenthum ist von »Manas wahrem Bekenntnisse« die Rede. S. Kreutzwald u. Neus, Myth. u. mag. Lieder der Ehsten. S. 8. Die Mana-Zauberer kommen auch im Kalewipoëg vor: XVI, 284. Der Kalewsohn nimmt sie mit, als er auf seinem Schiffe Lennok das Weltende aufsuchen will. — Der Mana-Zauberer ist der stärkste, und stärker als Spruch- und Wind-Zauberer — nur durch den Manazauber gelingt es dem Entführer der Linda, das Schwert von der Seite des Kalewsohnes hinwegzulocken. Kalewipoëg, XI, 334. Mana's Hand hält den nach dem Tode zum Höllenwächter bestellten, auf weißem Roß sitzenden Kalewsohn fest, so daß dieser seine im Felsen steckende Rechte nicht losreißen und davon reiten kann. S. den Schluß des Kalewipoëg. — Die Mana-Zauberer heißen ehstnisch Mana targad; das Wort tark, pl. targad, bedeutet eigentlich den Klugen, Weisen und zugleich den Heil-und Zauberkundigen. L.
[11] Nach dem estnischen Volksglauben findet immer in der Nacht des 25. April (des St. Markustages) ein allgemeiner Schlangenconvent statt: als die Localität wird der sirtsosoo (Heimchenmoor) westlich vom Peipussee genannt. S. Kreutzwald u. Neus, Mythische u. mag. Lieder der Ehsten, S. 77. L.
[12] Diese Krone ist von den unterirdischen Zwergen geschmiedet. S. die [Anm. zu Märchen 17]. L.
[13] S. die betreffende [Nota zu dem Märchen 8] vom Schlaukopf. L.
[14] Die »Haube« steht für die Trägerin derselben verwaist, wie das lat. orba, ohne Kinder gehabt zu haben. Vgl. auch Neus, ehstn. Volkslieder, S. 276. F. Z. 4. L.