[25] Hier möchte wohl ein schwacher Nachhall von der Sampo-Mythe anklingen, die in der Kalewala, dem finnischen Epos, eine so große Rolle spielt. Auch der Wunder wirkende Talisman Sampo wird unter dem Bilde einer selbstmahlenden Mühle gedacht. Vgl. Castrén's Vorlesungen über finn. Mythol. S. 264 ff. u. Schiefner im Bulletin hist. phil. der Petersb. Akad. d. Wiss. t. VIII. Nr. 5. L.

[26] Hausgeister, welche ihren Herren Schätze zutragen. Sie werden als feurige Lufterscheinungen, als Drachen gedacht. S. Kreutzwald u. Neus, myth. u. mag. Lieder der Ehsten. S. 81.

[27] Vgl. Kreutzwald zu Boecler p. 105. Kreutzwald u. Neus, Lieder, S. 84. 86. Nach ehstnischer Anschauung fahren im Wirbelwinde die Hexen umher. L.

[28] Auf die Nacht vom 23. zum 24. Juni fällt der ehstnische Hexen-Sabbat. L.

[29] Diesen bietet nach ehstn. Sitte der den Freier begleitende Brautwerber an. L.

[30] Ehstnisch lähkre-kiwid d. i. Steinchen, die man zur Reinigung des Milchgefäßes (Milchfäßchens), Legel, schwed. tynnåla, ehstn. lähker (sprich lächker) braucht. Man führt ein solches Milchfäßchen auf Reisen nebst dem Brotsack mit sich. L.

[31] Identisch mit der Wassermutter, wete ema. Weibliche Personificationen scheinen in der ehstnischen Mythologie, soweit sie erhalten und bekannt ist, vorzuherrschen. Es giebt eine Erdmutter, die aber auch Gemahlin des Donnergottes ist, eine Feuermutter, Windesmutter, Rasenmutter (s. die betr. [Anm. zu Märchen 8] vom Schlaukopf) und in unserem [Märchen 17] die Unterirdischen, tritt sogar eine Mutter des »Stüms,« des Schneegestöbers, auf. — Eine Wetterjungfrau kennt der Kalewipoëg X, 889 als Tochter des Donnergottes (Kõu). Die Finnen haben eine »Windtochter.« L.

[32] Vergleiche das »See spielen« im [Märchen 4] vom Tontlawald, und das [Märchen 11], Der Zwerge Streit. L.

[33] Dieses Märchen lehnt sich an die beiden Höllenfahrten des Kalewsohnes, die im Kalewipoëg Ges. XIII-XV. XVII-XIX erzählt sind. Die Züge der Sage sind im Märchen wunderlich gebrochen und verschoben, und andre Märchenstoffe hineingewoben. L.

[34] Ein mythisches Wunderland. Im Kalewipoëg bewirbt sich des Kunglakönigs Sohn um Linda, nachmalige Gattin des Kalew, die ihn abweist, weil »der Kunglakönig böse Töchter hat, welche die Fremde hassen würden.« Doch lassen sich dieselben Töchter des Kunglakönigs durch den Gesang des ältesten Kalewsohnes zu Thränen rühren, Kalewipoëg III, 477. Ebendaselbst XIX, 400 werden vier Kunglamädchen genannt, welche goldene und silberne Gewebe wirken. Vgl. auch über den Reichthum des Landes Kungla das Märchen 23 vom Dudelsack-Tiidu. L.