[35] Dieser Streich wird im Kalewipoëg nacheinander dem Alewsohn, dem Olewsohn und dem Sulewsohn gespielt, welche die Warnung der am Kessel beschäftigten Alten verachteten, weil sie nicht glaubten, daß der winzige Knirps, der um Erlaubniß bat zu schmecken, solchen Schaden anrichten könne. Aber dieser reckt sich auf dem Rande des Suppenkessels über 70 Klafter hoch und verschwindet im Nebel, während der Kessel leer geworden. Als aber die Reihe, bei dem Kessel zu wachen, an den Kalewsohn kommt, verlangt dieser erst von dem als Zwerg erscheinenden Teufel das Glöcklein zum Pfande, welches er um den Hals hat und worin seine Kraft steckt. S. Kalewipoëg XVII, 327 ff. Da unser Märchen ein großes Festgelage für alles Volk fingirt, so läßt es auch übertreibend sämmtliche Vorräthe, Speisen und Getränke verschwinden. L.

[36] Die Rasenmutter ist es auch, welche im Kalewipoëg (I. 340) aus dem Küchlein die reine (oder Thau-?) Jungfrau Salme umgebildet hat. Nach Kreutzwald zu der cit. Stelle ist die Rasenmutter eine Schutzgöttin des Hauses, deren Obhut besonders der Hofraum und Garten anvertraut war. Der ehstnische Mythus hat von ihr die liebliche Vorstellung, daß sie es ist, die aus dem geschmolzenen Schnee des Winters die weiße Anemone (Anemone nemorosa, ehstnisch Frostblume) bildet. S. Kreutzwald zu Boecler S. 188. Vgl. unser Märchen 2 von den im Mondschein badenden Jungfrauen; diese heißen dort des Waldelfen und der Rasenmutter Töchter. Die Töchter der Rasenmutter sind es auch, welche im Kalewipoëg XVII, 777 ff. den nach der großen Schlacht bei Assamalla ruhenden Helden Traumgesichte weben. L.

[37] Es ist also von denjenigen Krebsthieren die Rede, deren Augen auf beweglichen Stielen stehen, nicht unmittelbar auf dem Kopfe. L.

[38] Vgl. [Anm. zu Märchen 21], der beherzte Riegenaufseher. L.

[39] Sepik, mit Hefen gebackenes nicht gesäuertes Brot, das im südlichen Ehstland nur aus Weizenmehl gemacht wird. S. Wiedemann, Ehstnisch-Deutsches Wörterb. s. v. L.

[40] Aus dem Glöckchen der Sage, Kalewipoëg XVII, 633 ist im Märchen ein Ring geworden. Im Glöckchen dort, im Ringe hier steckt des Höllenfürsten Kraft. Vgl. das [Märchen 18], vom Nordlands-Drachen, wo der Ring Salomonis, der im Besitz der Höllenjungfrau ist, Felsen zertrümmert, wenn er am Daumen der linken Hand steckt. L.

[41] Ein mit einem Deckel und unten mit einem Zapfen versehenes Tönnchen Dünnbier (Kofent), das in den Bauerstuben steht und woraus sich Bier abzapft, wer Durst hat. L.

[42] Hier fehlt also das Dritte, der Wünschelhut aus Nägelschnitzeln, den Kalewipoëg bei seinem ersten Höllenabenteuer benutzt und dann verbrennt. S. darüber die [Anm. zum 11ten Märchen], von der Zwerge Streit. L.

[43] Kalewipoëg XV, 70 ff. Vers 217 heißt die Hexen- oder Wünschelruthe geradezu der Brückenfertiger (sillawalmistaja). L.

[44] Kalewipoëg XV, 108 ff. vgl. mit XVIII, 815 ff. In diesen Stellen thut »der Leere« (Tühi) oder wie er im 18. Gesang heißt, der Gehörnte (Sarwik) alle Fragen hintereinander, während unser Märchen sie auseinander legt und auf die verschiedenen Gänge Schlaukopfs vertheilt. Die Sage berichtet von einem Zweikampf des Kalewsohnes mit dem Höllenfürsten; bei dem zweiten Höllengang des Kalewipoëg endet dieser Zweikampf mit der Ueberwältigung und Fesselung des Gehörnten. Kalewipoëg XIX, 87 ff. L.