[3] Ob meine Übersetzung des Wortes richtig ist, sei dahingestellt. In Wörterbüchern findet es sich ebenso wenig als ćufur, die Lachtaube.

[4] Für unsere »Äpfel« sagt der Serbe in diesem Fall »jaja«, Eier.

[5] Die Bäuerin schrieb čšeniče, weil sie für die Unterscheidung der Laute ć und č in der Schrift kein Verständnis hat, obgleich sie in der Aussprache genau unterscheidet. Die Umstellung ćšeniće für šćeniće, dieses für šteniće ist beachtenswert, weil eine, wenigstens für unsere Zunge, beschwerlichere Aussprache, die ältere, leichtere verdrängt.

[6] Mikolu für: Nikolu. Mikolaja sagen gewöhnlich die altgläubigen Serben, Mikola die Katholiken. Ich fürchte, die Herren Buchstabenphilologen werden sich vergeblich den Kopf zerbrechen, um lautphysiologisch die Wandlung des n in m hier zu erklären. Die Sache ist ganz einfach, der Bauer wagt es nicht, den Heiligen Nikolaus, Nikola zu nennen, weil in der dortigen Mundart niko (für nitko) »Niemand« bedeutet, und es doch einer Ehrverletzung gleichkäme, einen Heiligen so anzusprechen. Darum lieber Mikola, anknüpfend an den Namen Mihajlo, Mikajlo, Miko (Michael).

[7] Die Partikel hat die Schreiberin nur aus Unachtsamkeit ausgelassen.

[8] Lehnwort aus dem Deutschen: probieren. Der Slave sagt sonst: pokušati. Eine vernünftige Nötigung für die Aufnahme des Fremdwortes ist nicht erfindlich.

[9] švaljerke geht auf das französische Wort (le) Chevalier, der Ritter, Kavalier, Liebhaber zurück. Das Wort ist wahrscheinlich auf literarischem Wege ins Volk gedrungen. Daneben gebraucht dasselbe Volk in Slavonien für »Buhlin« die slav. Ausdrücke: milosnica (Liebespenderin), inoća (»die Andere«, »die Fremde«, die Kebsin); bludnica, kurva und »frajla« (= Fräulein) oder auch »frajmadl« (Freimädl, Freudenmädchen) bezeichnen eine Verlorene.

[10] Liebezaubermittel. Vrgl. ähnliche Mittel bei Krauss: Sitte und Brauch der Südslaven. Wien 1885. S. 167.

[11] Die Bäuerin ist über den Greuel der Blutschande entsetzt gewesen, weil sie glaubte — das ist allgemeiner Volkglaube — dadurch falle der schreckliche Fluch der Ausrottung auf sie und ihre Kinder, als den Angehörigen des Verfluchten.

[12] Die Orljava entspringt als schmales Bächlein im Kamenskogebirge an den Hängen des Papuk beim Dörfchen Orlovo (Adlerhorst), fliesst an Vilićselo, Brestovac, Požega, Blacko, Pleternica, Suljkovci vorbei und strömt als ansehnlicher Fluss an Kapela und Orjovac bei Kobaš in die Save ein.