Zu V. 11. Dečani, eine Klosterkirche, Stiftung König Stefan Uroš III (1330) in der Metohija, im südöstlichen Serbien gelegen. »Hohe D.«, weil die Kirche auf einer Anhöhe, das gleichnamige Dorf aber unten im Tale lag.
Zu V. 15. Tavna, ein Flüsschen zwischen Tuzla und Koraj. Das Kloster heisst trojica (Dreieinigkeit). Bei einem Chrowoten las ich einmal, der Name Tavna wäre uraltillyrisch. Warum, mögen die Götter wissen. Das Wasser hat ja wirklich durch den Boden und die grünen Hänge eine dunkle Färbung, so dass die Bezeichnung tavna voda (dunkles Wasser) im serb. gerechtfertigt ist.
Zu V. 16. Filendar; gewöhnlicher ist die Namensform Hilandar (f für h, wie Foča statt Hoča), gr. Χελαντάριον, ein Kloster auf Athos. Seiner gedenkt schon eine serb. Urkunde aus d. J. 1198.
Zu V. 17. Gewöhnlichere Namenform Miloševa, Milješevka.
Zu V. 18. Dovolja, Kloster am rechten Ufer der Tara, Bosnien, erbaut 1707.
Zu V. 19. Ozren, Klosterkirche, 5 Stunden Weges von Maglaj a. d. Bosna entfernt. Ist nach der österr. Okkupation wieder hergestellt worden. Gegründet im 14. oder 17. Jahrh.
Zu V. 20. Jalovnica, nur noch eine kleine Dorfkirche im Birač-Kessel oberhalb Zvorniks.
Zu V. 21. Auch Papraća und Papratnja geheissen. Liegt in Trümmern.
Zu V. 22. Mirski, vom türk.-arab. mîrî, Staatgut.
Zu V. 23. Zu Mačkovac und dem ihm benachbarten Dörfchen Dragaljevac sah ich recht kleine Kirchlein. Zum Popen in M., der mir seine Kirche als ein Altertum zeigte, sagte ich: »Mir scheint, der Erbauer war kein Baumeister, vielmehr ein Töpfer. Der Bau kann doch nicht alt sein!« — »Ja, den Bau haben wir noch unter türkischen Drangsalen und Bedrohungen vor dreissig Jahren aufgeführt, doch fanden sich an derselben Stelle Fundamente vor, die einer Kirche angehört haben müssen, weil ja hier ein alter Friedhof herum ist.« — Es fielen mir auf dem Bestattungorte 7 oder 8 freistehende, mannhohe Balkengerüste auf, die oben flach mit Brettern bedeckt waren. Ich wusste nicht, wozu sie dienen. Der Pope erklärte mir, seine Pfarrkinder hätten seit jeher den Brauch, nach einem Begräbnisse auf diesen Gerüsten den Leichenschmaus abzuhalten. Er tadelte daran nur, dass sich die Trauergäste dabei bis zur Bewusstlosigkeit mit Branntwein zu berauschen pflegen. Anderweitig traf ich nirgends im Lande auf Friedhöfen derartige Gerüste an.