V. 564 und 573 f. Diesen Ausspruch, der in der Guslarenepik nicht vereinzelt dasteht, darf man getrost als das Urteil des Ackerbauers über die Helden und Heldentaten bezeichnen.

V. 583. Die auf den Vers folgende Lücke statt des lebhaften Geberdenspiels des Guslaren, das ich sonst nicht recht andeuten kann.

V. 595. Was ein Guslar unter einem herrschaftlichen Nachtmahl versteht, muss ich eigens bemerken, um etwaigen übertriebenen Vorstellungen vorzubeugen. Zu einem herrschaftlichen Nachtmahl gehört vor allem frischgebackenes weisses Weizenbrot, Hammelbraten, fett, dass einem der Schmer über den Bart herabrinnt und hartgesottene Eier nebst Obst (Dunstobst), Branntwein und Wein nebst Kaffee, alles im Überfluss, damit man sich bis zum Erbrechen vollstopfen kann.

V. 879 ff. Diese Art Ehrensäbel tragen in Goldbuchstaben die ständige Inschrift: »Im Namen des allbarmherzigen Gottes, der die Siege verteilt. Dieser Säbel, welcher für die Otomanen das glänzendste Emblem des Sieges und der Auszeichnung bildet, und auf Kinder und Kindeskinder übergehen kann, ist von S. Majestät dem Sultan dem Ghazi ...... Pascha verliehen worden, als Zeichen der Wertschätzung des Mutes und der Treue, von welchen er während des siegreichen Krieges gegen ...... Beweise geliefert hat, und mit dem Wunsche, dass dieses verherrlichende Andenken zu neuen und zahlreichen Siegen zu führen vermöge.« Der Ehrensäbel ist nicht zu verwechseln mit »pot muhurom ćorda« (Säbel unter Sigel), der den Besitzer zum Raub im Grenzlande berechtigte.

Der Ausruf ‘sufur!’ (Schluss) ist vom Sänger. Damit legt er die Guslen weg, nimmt eine Erfrischung zu sich und stopft sich sein Pfeifchen an, um zu rauchen. Nach kurzer Erholung, hebt er ein neues Lied an, wenn er nur Zuhörer findet, denen die Geduld nicht ausgeht. Ein rechter Guslar setzt einen Stolz darein, als unermüdlich und unerschöpflich zu gelten.


[1] Bettelbriefschreiber (wienerische Mundart).

Wie Mohammed Köprülü Vezier geworden.

Unter den Guslarenliedern meiner noch ungedruckten Sammlung besitze ich auch sechs grössere im Umfange von mehr als 6000 Versen, die die Eroberung des Ungarlandes bis hart an Niederösterreich durch die Türken zum Vorwurf der Behandlung haben und ausschliesslich die Kämpfe und Heldentaten des Reorganisators der damals dem Zerfall nahen Türkei, Mohammed Köprülüs schildern.